Kita-Kosten Dorn im Auge

Die Höhe des Defizits der Kita ist dem Marktrat ein Dorn im Auge - trotzdem stimmten sie zu: "Die Kinder müssen uns das Wert sein." Bild: fla
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Waldthurn
03.04.2016
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Die Gemeinde will die Kosten für die Kita St. Josef senken. Ein Gespräch zwischen drei Parteien soll eine Lösung bringen.

"Es kann doch nicht sein, dass die Buchungszeiten immer weiter sinken, die Personalkosten aber stetig ansteigen", merkte Hubert Stahl zum Haushaltsabschluss 2015 und zur Vorlage des Haushaltsplanes 2016 der Kindertagesstätte St. Josef in der Marktratssitzung an. Auch Bürgermeister Josef Beimler stimmte dem zu und will das Gespräch mit der Einrichtungsleitung suchen.

Kämmerer Josef Götz verlas die Endabrechnung der kindbezogenen Förderungen für den Bewilligungszeitraum Januar bis Dezember 2015 für die Kindertagesstätte und die Kinderkrippe. Für die Kita betrug der zu erwartende Zuschuss 157 607 Euro. Zwischenzeitlich liegt die Endabrechnung vor, bei der sich eine Fördersumme von 173 739, 66 Euro errechnet (Mehrung der 96-prozentigen Abschlagszahlung: 16 132,66 Euro, davon sind 7 732,38 Euro vom Markt zu tragen). Enthalten ist auch eine Rückerstattung des zu viel gezahlten Elternbeitragszuschusses für Vorschulkinder in Höhe von 4800 Euro. Die Mehrausgaben sind durch die teilweise Erhöhung der Buchungszeiten und der Erhöhung des Basiswertes von 982,06 Euro auf 1059,08 Euro entstanden. Schwierig bei den Berechnungen wirke sich aus, dass der Abrechnungszeitraum das Kalenderjahr betrifft, das Kita-Jahr aber im September beginnt, führte Götz aus. Somit wisse man im Januar noch nicht, wie die Buchungszeiten im September aussehen werden.

Einstimmig genehmigt


Für die Krippe wurde 2015 ein Zuschuss von 62 404 Euro erwartet. Auch hier liegt mittlerweile die Endabrechnung vor, bei der sich eine Fördersumme von 55 460, 59 Euro errechnet (Reduzierung gegenüber der 96-prozentigen Abschlagszahlung: 4447,41 Euro, davon sind 2061,37 Euro an den Markt zu erstatten). Die Minderausgaben sind durch die Reduzierung der Buchungszeiten trotz der Erhöhung des Basiswertes entstanden. Die beiden Abrechnungen wurden vom Marktrat einstimmig genehmigt, der Zuschussantrag kann beim Landratsamt eingereicht werden.

Beim Haushaltsplan der Kita für das Jahr 2016 käme die Gemeinde auf einen Defizitausgleich in Höhe von 21 008 Euro (2015: 8921,94), in der Krippe von 26 664 Euro (2015: 32 568,60 Euro). Angesichts dieser Zahlen merkte Roman Bauer an, dass man sich schon überlegen müsse, wie man die Kosten weiter senken könne. Beimler berichtete, dass das Landratsamt eine zusätzliche Kraft für die Schlafzeit in der Krippe für unter Zweijährige fordert und die Auflagen immer größer würden: "Das alles erhöht natürlich die Kosten." Georg Bocka fand, dass man das "Problem" der Schlafkraft bestimmt "technisch anders lösen kann". Beimler hat bereits mit Kirchenpfleger Max Kick darüber gesprochen.

Gespräch über Kita


Am 28. April wollen sich Marktrat, Kirchenpfleger und Einrichtungsleitung treffen. Michael Steiner fasste zusammen: "Eigentlich ist es traurig - wir werden von der Landesregierung im Stich gelassen." Die Gemeinde muss Kita- und Krippenplätze schaffen, aber darf dann auch das Defizit dafür tragen. Trotz der kritischen Anmerkungen wurden beide Pläne einstimmig genehmigt.

GemeinderatDen Antrag des Kreisjugendrings Neustadt auf Bezuschussung des Projekts "fifty-fifty-Taxi" genehmigten die Räte. Die Summe wurde auf 100 Euro festgelegt. Das Gremium beschloss zudem, die Waschhalle beim Bauhof künftig der Feuerwehr als weiteren Fahrzeugstellplatz zur Verfügung zu stellen.

Daraus ergibt sich, dass für die Fahrzeuge des Bauhofes ein neuer Waschplatz eingerichtet werden muss. Die Bauarbeiten haben begonnen und belaufen sich auf rund 5000 Euro. Außerdem werde ein neuer Dampfstrahler (Kosten rund 3400 Euro) für den Bauhof angeschafft.

Weiter berichtete Bürgermeister Josef Beimler von der Besprechung mit der KFB Reuth bezüglich des Neubaugebiets "Hirmersbühl" und ein Honorarangebot für Tiefbauarbeiten (Dipl.-Ing. Rainer Rubenbauer, Amberg). Beimler ist die Summe für die Erschließung zu hoch und hat deshalb bei der Firma Holfelder angefragt. Die durch den Architekten überarbeitete Planskizze des Neubaugebiets wurde einstimmig angenommen. Die Vorentwürfe zur Änderung des Flächennutzungsplanes und zur Aufstellung des Bebauungsplanes können angefertigt werden. In der überarbeiteten Skizze sind nun 21 Parzellen eingeplant, 5 davon im Mischgebiet. (fla)
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