Leserbrief
Umweltpolitik der Konzerne: Zapfhahn versiegt

Vermischtes
Waldthurn
20.09.2016
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Es ist schon erstaunlich, wie sehr sich Aral, Esso und Co. um die Sicherheit der Bürger sorgen. Eben ist ein Erdgasauto beim Betanken explodiert, schon empfehlen die Mineralölriesen, den Verkauf von Erdgas zunächst komplett auszusetzen. Die Ursache indes ist klar: Es handelt sich um ein von einer Rückrufkation betroffenes Exemplar von VW, welches längst schon hätte umgerüstet sein sollen. Die Stoßrichtung ist ebenso klar: Die Bürger sollen beim altbekannten Benzin oder Diesel bleiben, da passiert schon nichts, und die Mineralölriesen brauchen nichts an ihrem Geschäftsmodell zu ändern.

Wir hätten uns eine ähnliche Sorge der Ölkonzerne beim Dieselskandal gewünscht. Aber da ging es ja nur um ein paar Millionen Fahrzeuge, die das Vielfache des Zulässigen heraus blasen, und die Gesundheit riesiger Bevölkerungsgruppen gefährden. Deren Ableben ist aber nicht kurzfristig zu erwarten, also kann die Luft ruhig noch ein paar Jahre verpestet werden. Lieber nehmen wir den etwa 100 000 Erdgasfahrern die Freude an ihrem umweltbewussten Handeln. So sieht Umweltpolitik mit Konzern-Einfluss aus, ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns von CETA alles erwartet!

Christian Wallmeyer und Angela Mayer, 92727 Waldthurn
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