10 680 Flüchtlinge im Bezirk

Über Flüchtlingszahlen wird oft spekuliert. Jetzt legt das Sozialministertium Fakten auf den Tisch: Die Oberpfalz liegt genau im Soll.

In Bayern waren nach Angaben des Sozialministeriums am Stichtag 31. Oktober rund 121 000 Asylbewerber untergebracht. In der Oberpfalz waren es 10 680. Das entspricht ziemlich genau dem an der Bevölkerungszahl orientierten innerbayerischen Verteilungsschlüssel, nach dem die Oberpfalz 8,8 Prozent der Asylbewerber aufnehmen müsste. Der Großteil der Flüchtlinge lebte in Erstaufnahmeeinrichtungen und staatlichen Gemeinschaftsunterkünften sowie in größeren, von den jeweiligen Landkreisen betriebenen Unterkünften. Knapp 1000 Personen waren in Privatwohnungen untergebracht, gut 1500 in Notunterkünften.

Löwenanteil in Regensburg

Auch bei der regionalen Verteilung innerhalb des Bezirks orientiert sich die Regierung an den jeweiligen Einwohnerzahlen. Die meisten Asylbewerber wurden deshalb Stadt und Landkreis Regensburg zugewiesen, dort waren es 3210. Im Landkreis Schwandorf waren 1625 Flüchtlinge untergebracht, im Landkreis Neustadt/WN 1314, im Landkreis Amberg/Sulzbach 973 und im Landkreis Tirschenreuth 713. In der Stadt Weiden lebten 480 Asylbewerber, in Amberg 401. Der Rest wurde auf die Landkreise Neumarkt und Cham verteilt. Die Zahlen stammen aus der Antwort des Sozialministeriums auf eine Parlamentsanfrage von SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher.

Wie das Ministerium ergänzend mitteilte, sollen die Kapazitäten in der Erstaufnahme sowie in Gemeinschafts- und Notunterkünften weiter ausgebaut werden. Vorrang hätten derzeit winterfeste Einrichtungen. Aktuell ist gut die Hälfte der Asylbewerber dezentral durch die Landkreise und kreisfreien Städte untergebracht. In Erstaufnahmeeinrichtungen leben 22 Prozent der Betroffenen, in Gemeinschaftsunterkünften 16 Prozent und in angemieteten Privatwohnungen 11 Prozent.

Mittel abgesichert

Für Unterbringung, Verpflegung und medizinische Versorgung erwartet das Sozialministerium für 2015 Gesamtkosten in Höhe von rund einer Milliarde Euro. Die entsprechenden Mittel seien im Staatshaushalt abgesichert. Mit kleineren Millionenbeträgen unterstütze der Freistaat zudem die Asylsozialberatung und Deutschkurse, die inzwischen an 150 Standorten im Freistaat angeboten werden könnten.
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