Brandgefährlicher April

Das bislang trockene April-Wetter sorgt für akute Waldbrand-Gefahr: Im vergangenen Jahr bekam die Feuerwehr diesen kleinen Brandherd bei Neudorf noch unter Kontrolle. Bild: hme

"Der April, der weiß nicht was er will" - heuer weiß er es. Der Monat zeigt sich von seiner schönen Seite: Sonne, Wärme und kaum Regen. Doch Landwirte und Gärtner stöhnen über die Trockenheit.

Der Regen der vergangenen Tage war nicht mehr als ein "Tropfen auf den heißen Stein" - denn unterm Strich war der April extrem trocken. Der letzte relevante Niederschlag ergoss sich während des Orkans Niklas am 31. März über die Oberpfalz. Seitdem warten Landwirte und Hobbygärtner sehnsüchtig auf Nachschub. "Bislang liegen die gefallenen Mengen zwischen 6 und 14 Litern pro Quadratmeter", erklärt NT-Wetterexperte Andy Neumaier.

Damit sei der April um etwa 40 bis 50 Liter pro Quadratmeter zu trocken. Angesicht des Sonnenstandes, der geringen Luftfeuchtigkeit und der Verdunstungsrate bleibe da nicht viel Wasser für die Natur übrig. "Wir stellen bereits fest, dass unser Gras viel zu langsam wächst", erklärt Hans Winter, Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes Weiden.

"Zur Zeit werden Kartoffel gesteckt. Sie brauchen viel warmen Regen, um zu wachsen. Bekommen sie den nicht, kann der Ertrag sehr gering ausfallen", erklärt Winter. Dennoch besteht Hoffnung: "Die Natur kann viel kompensieren. Wenn sich Petrus bald erbarmt, können sich die Feldfrüchte noch erholen."

Obsternte in Gefahr

Michaela Basler, Gartenfachberaterin am Landratsamt Amberg-Sulzbach, barmen vor allem die einheimischen Bäume: "Im Moment ist zwar alles grün und blüht, doch das ist nur von kurzer Dauer." Bei Obstbäumen kann sich die Trockenheit auch auf den Ertrag auswirken. Wenn die ansonsten mit einer klebrigen Substanz überzogene Narbe in den Blüten zu trocken ist, könne sie nicht bestäubt werden. "Dadurch kann kein Obst wachsen", erklärt Basler.

Wassermangel lässt Blumen doppelt so schnell verwelken wie üblich. Diese Entwicklung mache sich bereits seit einigen Jahren bemerkbar. "Darum denken wir darüber nach, trockenresistente, exotische Pflanzen in der Stadt anzupflanzen. Es ist nicht möglich, die Blumen alle zwei Tage zu gießen", bedauert Basler.

Waldbrandgefahr

Besondere Vorsicht ist in Wäldern geboten. "Gerade die Kieferbestände, die rund 50 Prozent unserer heimischen Forste ausmachen, sind sehr trocken", erklärt Gerhard Hösl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Pressath. Eine Zigarettenglut reiche und sie würden brennen wie Zunder. In den vergangenen Tagen sei es vermehrt zu kleineren Feuern gekommen. Mehrere Waldbesitzer hatten versucht, Ast-Streu zu verbrennen. "Sie unterschätzten die Brandgefahr und haben die Kontrolle verloren", beklagt Hösl.

Um Wald- oder Feldbrände rechtzeitig zu erkennen, sind Beobachtungsflugzeuge im Einsatz. "Dieses Jahr waren sie zweimal unterwegs, am 15. und 16. April. Und beide Male haben sie einen Brand entdeckt", berichtet Joseph Karl, Sprecher der Regierung der Oberpfalz. Im vergangenen Jahr konnten so 25 Brände rechtzeitig gelöscht werden.

Immerhin, Entspannung zeichnet sich ab: Schon ab dem Wochenende könnte die Trockenzeit ein Ende finden. "Es ziehen Schauer und Gewitter durch die Oberpfalz", erklärt Neumaier. Und in der kommenden Woche soll es dann richtig regnen.
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