Demografischer Wandel sorgt für Schülerschwund - Tiefststand noch nicht erreicht
Problemkind Oberpfalz

Die Zahl der Schüler in der Oberpfalz schrumpft kontinuierlich: Schon in den nächsten fünf Jahren soll allein die Zahl der Gymnasiasten um rund 18 Prozent sinken. Dabei ist der Tiefststand voraussichtlich noch gar nicht erreicht. Die Gemeinden stehen vor einer großen Herausforderung.

Die wenigsten Schüler an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen hat es in der Oberpfalz 1989/90 gegeben (rund 146 000 Schüler). 2003/04 waren es so viele Schüler wie nie zuvor (rund 170 000). Seitdem sinkt die Zahl, im Schuljahr 2013/14 auf den historischen Tiefststand von 1989/90. Laut Berechnungen des Bayerischen Kultusministeriums sollen es im Schuljahr 2030/31 nur noch rund 127 000 Schüler sein.

Hauptursache für den Schülerschwund ist der demografische Wandel. Der macht sich zeitversetzt bemerkbar: Während sich die Zahl der Grundschüler nicht mehr so negativ entwickelt wie in den vergangenen Jahren, sind künftig vor allem die weiterführenden Schulen betroffen.

Der Schülerschwund sei "bestimmt bis 2050 nicht umkehrbar", schätzt Richard Glombitza, Bereichsleiter Schulen bei der Regierung der Oberpfalz. Die Schulen kämpfen gegen den Schülerschwund, mit Ganztagsangeboten, Förderprogrammen, Kombiklassen an den Grundschulen, Schärfung von Schulprofilen und Vernetzung zum Beispiel.

Der Trend zur Urbanisierung ist eine weitere Ursache für den Schülerschwund: Immer mehr Menschen wandern in die Großstädte ab. Somit stehen vor allem ländliche Regionen vor einer Herausforderung. "Wir brauchen einen anderen Ansatz für gleichwertige Lebens- und Arbeitsbedingungen", sagt Gerhard Dix vom Bayerischen Gemeindetag. Junge Familien und Kinder gebe es nur dort, wo es Arbeit und eine gute Infrastruktur gibt. Unternehmen ließen sich dort nieder, wo sie Nachwuchs rekrutieren können und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich ist. Dix: "Wir brauchen massive Unterstützung durch den Freistaat und die Wirtschaft, um Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu schaffen. Schulen bauen, wo es keine Kinder gibt, ist Unsinn. Wir sind spät dran."
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