Einzelkämpfer auf dem Traktor

Wir wollen in Bayern keine industriellen Agrarstrukturen.
 
Wir wollen in Bayern keine industriellen Agrarstrukturen.

Die Bauernhöfe werden immer größer, aber auch immer weniger. Das Sterben der Betriebe hat sich allerdings verlangsamt. In der Region scheint vor allem in einem Landkreis der Trend gebremst.

Das Höfesterben in Bayern hat sich nach Angaben von Agrarminister Helmut Brunner verlangsamt. Zwischen 2010 und 2013 sei die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe um knapp 5200 auf 111 700 zurückgegangen. Das entspreche einem jährlichen Mittel von minus 1,5 Prozent. "Der Rückgang ist so gering wie lange nicht", sagte Brunner bei der Vorlage des neuen Agrarberichts im Landtag.

Immer mehr Pachtflächen

In der Oberpfalz gaben in den vergangenen drei Jahren jeweils 1,6 Prozent der Bauern ihren Hof auf. Ihre Gesamtzahl sank damit knapp unter 14 000. Mit minus 1,8 Prozent lag der Rückgang in den Landkreisen Neustadt/WN und Amberg-Sulzbach etwas über dem Landesdurchschnitt, im Landkreis Tirschenreuth mit minus 1,1 Prozent darunter. Mit dem - wenn auch verlangsamten - Höfe-sterben setzte sich auch der Trend zu immer größeren Betrieben fort. Während die Zahl der Höfe bis 50 Hektar um 5700 sank, stieg sie bei der Großbetrieben über 50 Hektar um fast 400 an. Die durchschnittliche Betriebsgröße wuchs von 33,4 auf 34,9 Hektar. Indiz für diese Entwicklung ist auch das Anwachsen der Pachtflächen. Fast die Hälfte der Wiesen und Äcker im Freistaat sind bereits verpachtet.







Die Einkommen der bayerischen Landwirte sind seit 2010 um gut drei Prozent gestiegen. Ein Inhaberehepaar kommt demnach auf durchschnittlich etwas über 60 000 Euro. Die Einkommen südbayerischer Bauern liegen dabei um etwa 5000 Euro über denen nordbayerischer. Zwei Drittel der Betriebe leben nicht mehr von der Landwirtschaft allein, sondern haben sich auf dem Energiesektor oder im Tourismus weitere Standbeine geschaffen. Anders als in früheren Perioden lagen die Einnahmen der Öko-Landwirte nicht über denen ihrer konventionell wirtschaftenden Kollegen.

Flut an Nebeneinkünften

Laut Brunner zeigt der Bericht, "dass der eigenständige bayerische Weg in der Landwirtschaft erfolgreich ist". Alle Betriebe sollten sich zukunftsfähig weiterentwickeln können, dabei aber bäuerlich bleiben. "Wir wollen in Bayern keine industriellen Agrarstrukturen", betonte Brunner.




SPD und Grüne forderten die Erschließung neuer heimischer Märkte für bayerische Agrarprodukte. Horst Arnold (SPD) nannte die bislang vernachlässigte Nachfrage nach "islam- und tierschutzkonformen Qualitätserzeugnissen", Gisela Sengl (Grüne) verwies auf das zu geringe Angebot an regionalen und Bio-Produkten. Leopold Herz (Freie Wähler) warnte vor einer Flut an Nebeneinkünften. Es stelle sich die Frage, auf wie vielen Standbeinen ein Landwirt stehen müsse, um einen auskömmlichen Verdienst zu haben.





Bayern ist zu über einem Drittel – das sind rund 2,5 Millionen Hektar – mit Wald bedeckt.
Mit etwa 700.000 Privatwaldbesitzern ist das Eigentum am Wald sehr breit gestreut. Über 70 Prozent der privaten Waldbesitzer besitzen weniger als zwei Hektar Wald und nur ein Prozent der Waldbesitzer besitzen mehr als 20 Hektar. Die durchschnittliche Besitzgröße im Privatwald beträgt etwa zwei Hektar.



Im Jahr 2013 wurden in den bayerischen Wäldern rund 15,7 Millionen Festmeter Rohholz genutzt.



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