Fernbus, Mietwagen, Mitfahrzentrale und mehr Alternativen
Lokführerstreik: So kommen Sie auch ohne DB-Zug zum Ziel

Wenn nichts mehr geht, weil die GDL-Lokführer streiken, können Pendler und Reisende mit etwas Glück auf alternative Verkehrsmittel ausweichen. (Bild: dpa)
 
Stornieren und umbuchen: Bei meinfernbus.de ist beides bis 15 Minuten vor Abfahrt möglich. (Bild: dpa)

Ab Donnerstagmorgen (6. November) 2 Uhr wollen die Lokführer der GDL für vier Tage streiken. Das wird voraussichtlich auch den Bahnverkehr in der Region lahmlegen und viele Pendler in der Oberpfalz betreffen. Wir zeigen, welche Alternativen es zum Zug gibt.

Fernbus oder Mietwagen können Alternativen sein, wenn bei der Bahn gestreikt wird. Wer schon weiß, dass er in den kommenden Tagen eine Reise machen muss, sollte sich am besten gleich um Alternativen zur Zugfahrt kümmern - zum Beispiel um einen Mietwagen oder einen Fernbus.

Folgende Alternativen zur Fahrt mit der Deutschen Bahn kommen in Frage:

Mietwagen: frühzeitig buchen

Mietwagen lassen sich unkompliziert online buchen, zum Beispiel auf billiger-mietwagen.de. Bei einer Buchung über Internetportale sei in der Regel eine Stornierung 24 Stunden vor Mietbeginn möglich, falls es am Reisetag doch nicht zu einem Streik kommt, sagte Falk Murko von der Stiftung Warentest der Nachrichtenagentur dpa. «Sie gehen damit kein großes Risiko ein.»

Wird dagegen gestreikt, stehe der Mietwagen dem Kunden zu. «Wenn Sie die Bestätigung bekommen haben, müssen sie das Auto auch bekommen.» Beim letzten Bahnstreik waren viele Reisende auf Mietwagen ausgewichen. Daher kam es zum Teil zu Engpässen. Frühzeitig buchen lautet daher der Rat.

Fernbusse: Kleingedrucktes beachten

Wer angesichts des geplanten Streiks bei der Bahn auf einen Fernbus umsteigen will, sollte sich die Konditionen der jeweiliges Anbieters anschauen. Denn solange die genauen Streikzeiten nicht feststehen, bleibt das Planen im Detail schwierig - und die Regelungen für Umbuchungen und Stornierungen sind ganz unterschiedlich.

Beim Marktführer meinfernbus.de sind Umbuchungen und auch Stornierungen bis 15 Minuten vor Abfahrt möglich. Wer gar nicht fahren möchte, erhält einen 12 Monate gültigen Gutschein oder den Fahrpreis zurück, allerdings mit einem Storno-Abschlag von 15 Euro.

Tickets von flixbus.de lassen sich nur bis zu 24 Stunden vor Abfahrt zurückgeben. Die Stornokosten liegen ebenfalls bei 15 Euro. Wer sich für einen Gutschein entscheidet, zahlt 3 Euro Gebühren.

Bei Berlin Linien Bus (zum Beispiel ab Nürnberg oder Regensburg) sind Stornierungen nicht später als drei Werktage vor Reiseantritt möglich - allerdings sind diese kostenlos. Tickets würden aber auch kurzfristiger umgebucht oder storniert, sagte eine Sprecherin. Es gibt entweder den Fahrpreis zurück oder einen Gutschein. Für bestimmte Spezialangebote gebe es nur die Gutschein-Variante. Tickets zum Aktionspreis und für internationale Verbindungen lassen sich nicht stornieren.

Bei deinbus.de (zum Beispiel ab/bis Regensburg) sind Stornierungen bis zu 24 Stunden vor Abfahrt möglich, das kostet 3 Euro Gebühr. Wer kurzfristiger das Ticket zurückgibt, bekommt das Geld nur zurück, wenn die Fahrt bereits ausgebucht war.

Die Fernbusanbieter rechnen mit einer stärkeren Nachfrage durch den Bahnstreik. Meinfernbus hat beim jüngsten Streik beispielsweise 100 zusätzliche Fahrten organisiert. Auch dieses Mal wolle man flexibel reagieren, erklärt das Unternehmen. Bei Flixbus steht man «in den Startlöchern», um bei Bedarf mehr Fahrzeuge zu organisieren. Deinbus.de überlegt, auf stark frequentierten Strecken ebenfalls zusätzliche Busse einzusetzen - und spekuliert auf «goldene Streiktage».

Private Eisenbahnunternehmen in Bayern: online informieren

Trotz des angekündigten Streiks der GDL fahren die Züge der privaten Bahnunternehmen in Bayern: agilis, alex, BOB, BRB, oberpfalzbahn, vogtlandbahn, waldbahn und Meridian. Diese Eisenbahnunternehmen erbringen im Auftrag der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) gemeinsam rund 24% der Leistungen im Regionalverkehr.

Allerdings könne nicht ausgeschlossen werden, dass es aufgrund von Zugausfällen bei der Deutschen Bahn auch bei den genannten Unternehmen zu Unregelmäßigkeiten kommen kann. Aktuelle Informationen erhalten die Fahrgäste online:


www.agilis.de
www.alex.info
www.bayerischeoberlandebahn.de
www.oberpfalzbahn.net
www.vogtlandbahn.de
www.waldbahn.de

Mitfahren: privat und günstig

Plattformen wie Mitfahrzentrale.de, mitfahren.de oder mitfahrgelegenheit.de vermitteln günstige und private Mitfahrgelegenheiten. Auf diesen Portalen inserieren Fahrer Mitfahrgelegenheiten auf festgelegten Strecken gegen kleines Endgeld. Wer mitfahren möchte, kann die Angebote durchsuchen. Mit etwas Glück findet man eine Mitfahrgelegenheit in der gesuchten Region.

Carsharing: gemeinschaftliches Teilen von Autos

Für Carsharing, also das gemeinschaftliche Teilen von Autos, gibt es viele Angebote, teilweise auch in der Oberpfalz. Zur Auswahl stehen diverse kommerzielle Anbieter, wie zum Beispiel Flinkster (Carsharing-Angebot der Deutschen Bahn), Flinc, Greenwheels oder Take my car.

Mehr Informationen zum Thema Carsharing gibt es beim Bundesverband CarSharing und bei Carsharing.

#Twitfahrzentrale: private Mitfahrgelegenheiten via Twitter

Bei Twitter bieten Autobesitzer unter dem Schlagwort #Twitfahrzentrale Fahrgelegenheiten zwischen bestimmten Start- und Endpunkten an. Es ist Glückssache, ob man dort den gewünschten Startort findet, aber ein schönes Beispiel dafür, wie sich Internetnutzer über die sozialen Medien selbst organisieren.