Fracking-Gegner bohren nach

Mit einem Gerät für Bodenbohrungen brachten am Samstag zwei Teilnehmer der Aktion gegen Fracking in München ihren Protest gegen die geplanten Projekte in der Oberpfalz zum Ausdruck. Bild: dpa

Sie befürchten verunreinigtes Grundwasser durch einen "toxischen Chemikalienmix": Aktivisten haben in München gegen Fracking demonstriert.

Rund 100 Demonstranten sind am Samstag in München gegen die umstrittene Fördermethode Fracking auf die Straße gegangen. Die Organisatoren der Kundgebung, das Bündnis "Weidener Becken gegen Fracking" und die Jugendorganisation des Bundes Naturschutz, fordern nicht nur ein gesetzliches Fracking-Verbot, sondern auch eine Rücknahme der Aufsuchungslizenz für das Weidener Becken. Bereits im Juni hatte das Bündnis eine Petition gegen Fracking mit 57 000 Unterschriften im bayerischen Landtag eingereicht. Bis heute sei das Schreiben jedoch nicht behandelt worden, so der Bund Naturschutz.

Der umweltpolitische Sprecher der Landtags-Grünen, Christian Magerl, hatte im Vorfeld der Demonstration gesagt: "Fracking funktioniert nur mit einem toxischen Chemikalienmix, der unser Grundwasser bedroht." Er forderte eine gesetzliche Regelung auf Bundesebene.

Kritik an Gesetzentwurf

Am Freitag hatten Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) in einer Länderstellungnahme den Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Fracking kritisiert. Der Entwurf gehe zwar in die richtige Richtung, müsse aber nachgebessert werden, heißt es in einer Erklärung der beiden Ministerien. "Unser Ziel ist es, unkonventionelles Fracking in Schiefergaslagerstätten ausnahmslos zu verbieten, solange nicht alle Risiken ausgeschlossen sind", betonten die beiden Ministerinnen.

Beim Fracking wird tief lagerndes Schiefergas und -öl mit Hilfe von Chemikalien unter Druck gelöst. Umweltschützer fürchten dadurch unter anderem Verunreinigungen des Grundwassers.
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