Grenzüberschreitende Kooperation Egronet stellt überarbeitetes Nahverkehrsticket vor
Nachbarn nähern sich zügig an

(räd) Sozusagen ein Geburtstags- und Weihnachtsgeschenk in einem - im 15. Jahr seines Bestehens und zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember legt das Egronet ein neues Ticket auf. Bei der Jahresversammlung des Kooperationsverbundes in der Weidener Max-Reger-Halle stellte die Geschäftsführung das neue Angebot vor, das den Namen Egronet-Ticket behält, aber sich bei den Konditionen den Ländertickets der Deutschen Bahn annähert.

Weiden südlichster Punkt

Das Gebiet des Egronet umfasst weitgehend das Gebiet der Euregio Egrensis, rund 15 000 Quadratkilometer in Thüringen, Sachsen, Bayern und Tschechien. In der Region gehören die Kreise Neustadt/WN, Tirschenreuth, Bayreuth und Wunsiedel dazu. 2009 trat Weiden dem grenzüberschreitenden Verkehrsverbund bei - als "südlichster Zipfel", wie Oberbürgermeister Kurt Seggewiß anmerkte. "Wir sind froh, dass wir dabei sein dürfen." Das Egronet drücke aus, dass alle in diesen vier Ländern näher zusammenrücken. Besonders hob er die Möglichkeit hervor, dass Familien aus der Oberpfalz mit einer Fahrkarte etwa Ausflüge nach Oberwiesenthal oder Köstritz unternehmen können.

Ab 13. Dezember wird das günstiger werden. Während derzeit noch jeder Erwachsene sein eigenes Ticket für je 16 Euro lösen muss, reicht dann ein neues Ticket zum Grundpreis von 18 Euro für den ersten Reisenden. Weitere vier Personen kosten je fünf Euro Aufpreis. Kinder unter fünf Jahren fahren kostenlos mit. Gleiches gilt für drei Kinder im Alter von sechs und 14 Jahren. Ebenfalls unentgeltlich: die Mitnahme eines Fahrrades pro Person. Die Fahrt darf künftig außerdem bereits ab 0 Uhr starten. "Was wir geschafft haben, ist - analog zu den Ländertickets - das Egronet auch für Gruppen zu erschließen", freut sich Geschäftsführer Thorsten Müller. Er vermeldete zudem für 2014 einen Rekordabsatz von mehr als 50 000 Tickets, die die Nutzung von Zug, Bus und Straßenbahnen in 15 Städten, Kreisen und Verkehrsverbünden ermöglichen.

Weniger Geld aus Berlin

Besonders in Thüringern und Sachsen macht den Verkehrsverbünden die veränderte Verteilung von Bundesmitteln für den Öffentlichen Personennahverkehr zu schaffen. Zwar gibt gebe es bundesweit elf Milliarden Euro mehr, für die östlichen Bundesländer aber drei Milliarden weniger. Die Folge sind Angebotskürzungen auf einigen Strecken, so Müller. Thema der Tagung waren auch die grenzüberschreitenden Zugverbindungen. Der amtierende Vorsitzende, Bürgermeister Michal Pospísil aus Eger (Cheb), wagte einen Ausblick auf die bevorstehende Reaktivierung der Strecke Hof-Selb-Asch-Eger. Zum Nachfolger des bisherigen Vorsitzenden Tassilo Lenk wählten die Mitglieder des Egronet Rolf Keil, Landrat des Vogtlandkreises mit Sitz in Plauen.
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