Haben Sie schon einmal einen Troll gesehen?
Angemerkt: Trollen ist menschlich

Troll lookt sich ein.

Nein, nicht diese tollpatschigen Riesen aus "Herr der Ringe" oder "Harry Potter". Sondern eine Spezies, die sich im Internet nach getaner Posse trollt:

Im Schutz der Anonymität verschüttet diese wenig drollige Lebensform Kübel verbalen Schmutzes bevorzugt zu Themen mit üppiger Vorurteilsvegetation in Foren und sozialen Netzwerken.

Experten meinen, die Provokation sei für diese Lebensform lediglich ein destruktives Spiel. Ihre Nahrung: Energie der Diskutanten, die sich provozieren lassen. Nun, wie es scheint, steckt in uns allen hin und wieder so ein bösartiger Troll. Wie anders ist zu erklären, dass laut einer Forsa-Studie zur Mediennutzung ein Drittel aller 12- bis 19-Jährigen bereits Opfer von Mobbing im Internet wurden. Die Täter: ganz normale Schüler.

Gepostete Nacktbilder vom Ex, Verleumdungen von Nachbarn, Hetzkampagnen gegen Lehrer, Lügenpropaganda gegen Mitbewerber - im Internet lässt sich trefflich lästern. Von gezielten Kampagnen rechter Aktivisten gegen alles Fremde - falsches Blut, falsche Religion, falscher Fußballverein - ganz zu schweigen.

Die Versuchung ist groß: Dampf ablassen, über den verhassten Moderator ätzen, sich über die Nullnummer beim ESC mokieren. Lästern ist menschlich, irren aber auch. Das merkt man spätestens, wenn man selbst Opfer einer Verleumdungskampagne wird. Der Troll in uns ist unser schlimmster Feind.
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