Held für Hunde und Hollywood

Cesar Milan
 
Held für Hunde und Hollywood
 

Die Fans lieben ihn: Cesar Millan ist der bekannteste Hundetrainer der Welt. Im Gespräch mit unserer Zeitung verrät der US-Star, welche Fehler in der Hundeerziehung gemacht werden und wie er seinen Kritikern begegnet.

"Leader of the pack" heißt die Show, mit der Millan durch Deutschland tourt. Am 7. Dezember ist er in der Nürnberger Arena zu Gast. Hunde, Hollywood und Heldentum: das Interview.

Sie sind eine Art "Hunde-Nanny" für viele Hollywood-Prominente wie Charlize Theron oder Jennifer Aniston. Gibt es bei der Hundeerziehung dieser Schauspieler einen Unterschied zu uns "Normalos"?

Millan: Das tolle bei Hunden ist, dass sie nicht wissen, wie reich oder berühmt ihre Besitzer sind. Barack Obamas Hund "Bo" weiß nicht, dass er dem Präsidenten der Vereinigten Staaten gehört und ein Hund eines Obdachlosen weiß nicht, dass sein Besitzer keinen festen Wohnsitz hat. Hunde folgen der Energie, nicht dem Rang. Stars können genauso Schwierigkeiten haben wie "normale" Menschen. Wo es Probleme geben kann, ist, dass sie erwarten, dass ihre Hunde automatisch auf sie hören, weil sie es von den Menschen so kennen.

Erzählen Sie uns doch mal eine lustige Geschichte über einen Hollywood-Star ...

Millan: Okay, ich möchte nicht gerne Namen nennen, aber ich hatte einen Kunden, der ein sehr wichtiger und berühmter Mann in Hollywood war. Seine Hunde rauften miteinander und er fragte mich um Hilfe. Er schickte seine Hunde von New York zu mir - jeden in einem eigenen Privatjet. Das war sehr früh in meiner Karriere und ich fand es unglaublich. Jemand, der genug Macht und Geld hat, um jedem seiner Hunde ein eigenes Flugzeug zur Verfügung zu stellen, wusste nicht, wie er seine Hunde unter Kontrolle kriegen soll! Das hat mir die Augen geöffnet und gezeigt, wie sehr sich Menschen gegenseitig dominieren können, ohne ihre eigenen Hunde in den Griff zu bekommen. Er war ein Kerl, dem ein Milliarden-Dollar-Business gehört, mit den besten Kunden. Diese Art von Mensch, die nur mit einem Wort Karriere machen oder brechen können. Und trotzdem beherrschen die Hunde sein Leben, weil er Angst davor hatte, ihnen zu sagen, wo es lang geht.

Es gibt in Deutschland rund zehn Millionen Hunde. Geben Sie uns einen kurzen Rat: Was ist das Wichtigste in der Beziehung zwischen Mensch und Hund?

Millan: Den Hunden das zu geben, was sie brauchen und gleichzeitig ihr Herrchen zu sein. Das heißt man muss ihnen Schutz geben und sie führen. Du bist der Herr im Haus, nicht dein Hund. Sie brauchen auch Übung, Disziplin und Liebe - in dieser Reihenfolge.


Und was ist nun der größte Fehler, den ich in der Hundeerziehung machen kann ?

Millan: Nicht konsequent zu sein. Wenn du eine Regel nur manchmal einhältst und nicht immer, irritiert das den Hund und er wird nicht verstehen, was du willst. Wenn deine Anweisungen eher Vorschläge sind, wird dein Hund nicht gehorchen und seine eigenen Regeln aufstellen.

Ich habe zu Hause einen blinden Hund. Ist es in diesem Fall besser, sich ein zweites Tier anzuschaffen, quasi einen "Führer" für meinen kranken Hund?

Millan: Ein blinder Hund ist kein kranker Hund. Was Hunde so toll macht, ist, dass sie sich selbst nicht als behindert wahrnehmen. Auch wenn ein Hund blind oder taub ist oder ihm ein Gliedmaßen fehlt, bleibt er immer noch ein Hund. Die Sehkraft ist nicht ihr wichtigster Sinn, sondern der Geruch. Du kannst blinden Hunden helfen, indem du einen Duftpfad mit ätherischen Ölen durch dein Haus legst - mit verschiedenen Gerüchen in jedem Zimmer. Wenn du spazieren gehst, verteile den Duft auf der Rückseite deines Unterschenkels und trainiere dem Hund so an, dir zu folgen. Du bist der, der deinen blinden Hund führen muss genau wie bei einem Hund, der sehen kann.

In Deutschland gibt es auch einige Kritik an Ihren Methoden. Viele Tierschützer finden, dass Ihre Erziehungsmethoden zu brutal sind.

Millan: Manchmal verstehen die Menschen meine Ziele nicht. Ich verstehe Hunde nicht als Studenten, vielmehr als Lehrer. Mein Ziel ist es, die Art, wie Menschen Hunde wahrnehmen, zu beeinflussen. Ich will ihnen beibringen, wie man sie respektiert. Ich betone immer gerne, dass die Hunde, die man in einigen meiner Shows sieht, extreme Fälle sind, weil genau das das Interessante im Fernsehen ist. Wenn ein Hund beispielsweise sehr aggressiv ist, muss man da viel mehr aufarbeiten, als wenn der Hund vor Energie strotzt, aber undiszipliniert ist.

Welche Hunderasse mögen Sie denn selbst am liebsten? Und wieviele Hunde haben Sie bei sich zu Hause?

Millan: Ich denke, jeder weiß, dass ich ein großer Fan von reinrassigen Züchtungen wie Pitbulls und Rottweiler bin, ich mag aber auch Mischlinge. Zuhause habe ich gerade sechs Hunde: Meinen Pitbull Junior, die Chihuahuas Coco und Taco, einen Yorkshire Terrier mit dem Namen Alfie, den Zwergspitz Benson und die neueste Errungenschaft: Mr. Wilson, ein Mops.

Sie haben Millionen Fans auf Facebook, Ihre Fernsehsendung "Der Hundflüsterer" ist sehr beliebt. Gibt es irgendwelche weiteren Projekte, die Sie in nächster Zeit angehen wollen?

Millan: Ich freue mich sehr darauf, mit meinen Söhnen zu arbeiten und ihre Karrieren voranzutreiben. Calvin hat eine eigene TV-Show - "Muff and Stuff" auf Nickelodeon. Andre fängt an, seine eigene Show zu gestalten. Auch wenn ich jetzt nicht mehr verraten kann, haben wir einiges in petto. Fans können mir auf Facebook folgen oder auf der Seite cesarsway.com vorbeischauen, um die neuesten Neuigkeiten zu lesen.


In Deutschland ist der Hundestrainer Martin Rütter auch sehr populär. Kennen Sie Ihn, haben Sie ihn mal getroffen?

Millan : Er war bei einer meiner Shows. Ich habe ihn zwar noch nicht getroffen, würde aber gerne.

Am 7. Dezember gastieren Sie mit Ihrer Show "Leader of the pack" in Nürnberg. Den Abend moderiert Steven Gätjen, bekannt unter anderem aus "Schlag den Raab". Was dürfen Ihre Fans dort erwarten?

Millan: Sie erwartet viel Spaß mit viel Erziehung. Ich zeige meine Techniken, besonders grundlegende, viel detaillierter als im Fernsehen und rede über Verhaltensweisen wie Angst und Aggressivität, die oft missverstanden werden. Ich lehre den Menschen, wie man Gattungen respektiert und wie man den Hund einen Hund sein lässt. Und ich helfe den Menschen zu verstehen, wie dynamisch sich ihre Energie auf die Hunde übertragen kann.



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Karten für Cesar Millan am 7. Dezember in der Nürnberger Arena beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon: 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0
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