Hunderte Kindergärten in Bayern seit Montag für unbefristete Zeit geschlossen
Kita-Streik noch ohne Oberpfalz

"Eine Erzieherin ist wie ein Dessous: Spitzenqualität für ein Hauch von Nichts!" Die Teilnehmer der Demo in München finden am Montag deutliche Worte zum Kita-Warnstreik. Bild: dpa
(dpa/we) Wegen des Streiks in den kommunalen Kindertagesstätten sind am Montag mehrere hundert Einrichtungen in Bayern geschlossen geblieben. Tausende Eltern mussten eine alternative Betreuung für ihre Kinder organisieren. In Nürnberg gab es nur in 16 der rund 140 städtischen Kitas einen Notdienst. In München blieben etwa 300 Einrichtungen dicht, in Augsburg rund 30, in Erlangen und Fürth um die 10. "Die Streikbeteiligung ist sehr gut. Das war ein erfolgreicher Auftakt für unseren Arbeitskampf", sagte Jürgen Göppner von Verdi in Mittelfranken. Der Streik soll mindestens zwei Wochen dauern.

In der Oberpfalz soll erst ab dem 18. Mai gestreikt werden. Am Montag nahm Verdi zunächst mit der Stadt Regensburg Verhandlungen auf. Dann sollte entschieden werden, welche der städtischen Einrichtungen als Notdiensteinrichtungen zur Verfügung stehen. Vor dem nächsten Montag werde aber nicht gestreikt, so der Geschäftsführer von Verdi-Oberpfalz, Alexander Gröbner. Im Bezirk seien Streiks nur in Regensburg geplant. Man könne diese aber jederzeit ausweiten. Gröbner: "Wir hoffen auch weiterhin auf das Verständnis und die Unterstützung der Eltern in dieser Auseinandersetzung"

In Nürnberg beteiligten sich laut Verdi etwa 2000 Beschäftigte an einer Demonstration. In München gingen etwa 4000 Menschen auf die Straße. Neben Erziehern wollten auch Sozialarbeiter und -pädagogen etwa in Jugendzentren und Behinderteneinrichtungen in den unbefristeten Ausstand treten.

Verdi, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und der DBB Beamtenbund fordern eine finanzielle Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe unter anderem durch eine höhere Eingruppierung. Nach Darstellung der kommunalen Arbeitgeber sind die Forderungen - im Schnitt zehn Prozent mehr Lohn - nicht bezahlbar. "Die Forderung von Verdi nach einer Erhöhung nach dem Gießkannenprinzip ist zu hoch und nicht gerechtfertigt", sagte am Montag Armin Augat, Geschäftsführer des Verbands der kommunalen Arbeitgeber in Bayern.
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