Im Zug sitzt eine Weidener Jugendgruppe - Fünf Verletzte
Ausflug endet in Katastrophe

Eltern warten am Bahngleis in Weiden. Es ist Donnerstag, 22.14 Uhr. Jeden Moment müsste der Zug aus Nürnberg mit einer Gruppe des Stadtjugendrings Weiden einfahren. Wird er aber nicht, weil er an einem Bahnübergang nahe Freihung in ein Militärfahrzeug gerast ist.

Der Triebwagen brennt lichterloh. "Es herrscht Angst und Hysterie im Zug, jeder kletterte über den anderen, um da raus zu kommen", weiß Stadtjugendpfleger Ewald Zenger am Tag nach dem Unglück von den Erzählungen von Theresa Sowa und Julia Zimmermann. Die beiden Sozialpädagoginnen begleiteten die zehn Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren. Der Tagesausflug nach Nürnberg war das Dankeschön für deren gute Arbeit im Thekendienst des Jugendzentrums (Juz) - "und er endete in einer Katastrophe. Das alles ist einfach nur entsetzlich", sagt Zenger. Fünf junge Weidener haben sich verletzt. Sie werden in die Kliniken nach Nürnberg, Regensburg und Weiden gebracht. Vier dürfen das Krankenhaus am Freitag wieder verlassen. Der Fünfte muss zur Kontrolle übers Wochenende in Regensburg bleiben. "Er hatte mächtig Glück."

Körperlich scheinen die Ausflügler des Jugendzentrums also unbeschadet davongekommen zu sein. "Aber die Kinder sind hochtraumatisiert", weiß Zenger. Auch die Eltern sowie die Juz-Mitarbeiter stünden unter Schock. Deshalb bietet Zenger in Zusammenarbeit mit dem Jugendlichenpsychotherapeut Gerd Krones Gespräche an. "Wir werden alles tun, damit diese Wunden wieder heilen können", verspricht Zenger.
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