Inter-City für Nord-Süd-Eisenbahn-Achse in der Oberpfalz geplant
Inter-City im Fahrplan

Vorbild aus dem Regionalverkehr: Die künftigen Inter-Citys bestehen aus doppelstöckigen Wagen. Bislang sind sie allerdings in Deutschland noch regulär im Einsatz. Denn die Lieferung seitens des Herstellers hat sich verzögert. Bild: dpa
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Weiden in der Oberpfalz
28.04.2015
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Aus Blau mach Rot-Weiß. Wo heute die blauen Alex-Züge unterwegs sind, könnten nach Planungen der Bahn bald wieder Fernzüge unterwegs sein - wenn eine wichtige Voraussetzung erfüllt ist.

Als die Deutsche Bahn ihr neues Fernverkehrskonzept vorstellte, vollzog sie öffentlich eine Kehrtwende: Sie will zurück in die Fläche. Unter dem Begriff "IC-Neu" sollen fünf Millionen Einwohner wieder an das Fernverkehrsnetz angeschlossen werden. Dieses neue, im Farbton Blau gehaltene "Flächennetz" hat auch eine Linie von Dresden über Hof und Regensburg nach München.

Auf der Nord-Süd-Eisenbahn-Achse durch die Oberpfalz sollen also wieder Fernverkehrszüge fahren, dann allerdings als Inter-City - und nicht mehr als blauer Inter-Regio wie bis ins Jahr 2001. Der DB-Konzernbevollmächtigte für Bayern, Klaus-Dieter Josel, bestätigte in der vergangenen Woche die Planungen gegenüber den SPD-Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder und Uli Grötsch: Eine Ertüchtigung der Strecke Hof-Regensburg wolle die Bahn nicht nur für den Güterverkehr nutzen, sondern strebe auch für Verbesserungen im Fernverkehr an.

Bayern will Fahrdraht

Ob und wann tatsächlich die neuen Züge kommen, hängt vor allem von einem Stück Draht ab. Zwar hat die Deutsche Bahn die Einführung auf der neuen Inter-City-Linie für Dezember 2022 angekündigt, allerdings nur, wenn bis dahin die Strecke Hof-Regensburg elektrifiziert wird.

Zumindest für zwei Abschnitte ist die Aufrüstung etwas greifbarer geworden. Erst jüngst haben Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann und sein tschechischer Amtskollege Dan Tok eine Initiative zur Elektrifizierung der Strecken von Regensburg über Schwandorf nach Furth im Wald und von Hof über Marktredwitz nach Schirnding vorgestellt. Für die nördliche Route ist die Vorplanung bereits abgeschlossen. Für die südliche will der Freistaat erreichen, dass bis 2017 eine solche vorliegt.

Beide Strecken sollen nach dem Willen der EU auch im europäischen Zugverkehr eine größere Rolle spielen. Was aber passiert mit der Lücke zwischen Schwandorf und Marktredwitz? Herrmann machte deutlich, dass Bayern alles daran setzen werde, beide Hauptachsen nach Tschechien und den Ausbau der Bahnstrecken zwischen Nürnberg und Schwandorf sowie Regensburg und Hof im Bundesverkehrswegeplan zu verankern.

Nur elektrische Fernzüge

Infrastrukturvorstand Volker Kefer hat im Januar bei einem Symposium in Marktredwitz unterstrichen, diese Route sei für die Bahn "absolut notwendig" und "unverzichtbar", vor allem für den Güterverkehr. Von Fernverkehrszügen war damals noch nicht die Rede.

Klar ist aber, dass es Fernverkehr nur noch auf elektrifizierten Strecken geben wird. Die Bahn hat nämlich für ihren künftigen Inter-City-Verkehr ausschließlich elektrische Doppelstock-Triebzüge bestellt. Wagenzüge, die wahlweise mit Diesel- oder E-Loks bespannt werden können, werden - wenn überhaupt - eher die Ausnahme sein.
2 Kommentare
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Datenschutz macht Laune aus Alteglofsheim | 25.11.2016 | 20:41  
Alexander Rädle aus Weiden in der Oberpfalz | 25.11.2016 | 23:27  
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