Kavaliere ohne Zurückhaltung

Daniel Drews aus Weiden (mit Urkunde) zählt zu den "Kavalieren der Straße". Zur Auszeichnung im Bundesverkehrsministerium in Berlin gratulierten (von links) "Kavaliere"-Geschäftsführer Gernot Sittner, DVR-Präsident Walter Eichendorf und Polizeipräsident a. D. Josef Wittmann, der für das Medienhaus "Der neue Tag" die Aktion betreut. Bild: km

Die Zahl der Todesopfer auf deutschen Straßen sinkt. Dennoch passieren Tag für Tag Unfälle. Gut, wenn dann Menschen beherzt eingreifen und selbstlos Hilfe leisten. Der Verkehrssicherheitsrat zeichnet diese Kavaliere der Straße regelmäßig aus - und auch diesmal ist wieder ein Oberpfälzer unter den Geehrten.

Das Bundesverkehrsministerium hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Bis zum Jahr 2020 soll die Zahl der Todesopfer auf bundesdeutschen Straßen um 40 Prozent sinken. 2011 starben bei Unfällen 4009 Menschen, letztes Jahr 3377 mit leicht steigender Tendenz im ersten Halbjahr 2015.

Um einen Abbau um 40 Prozent tatsächlich zu erreichen, empfiehlt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) unter anderem ein absolutes Alkoholverbot und ein Tempolimit von 80 km/h auf schmalen Landstraßen. DVR-Präsident Walter Eichendorf stufte die 18- bis 24-jährigen Fahrer nach wie vor als "Hochrisikogruppe" ein, verwies aber auch darauf, dass die Zahl der getöteten Radfahrer weiter erheblich zunehme. Eichendorf empfahl bei seiner Festrede in der Aula des Bundesverkehrsministeriums dringend das Tragen eines Fahrradhelmes.

Aufmerksam bleiben

Im Rahmen seiner Aktion "Runter vom Gas" konzentriert sich der DVR auf das Thema "Aufmerksamkeit". Schnell eine SMS schreiben, kurz das Navi bedienen, mal das Handy abnehmen - schon winzige Momente der Ablenkung können im Straßenverkehr fatale Folgen haben, verdeutlichte Eichendorf. Seine Botschaft kam an, seine Zuhörer kamen aus dem gesamten Bundesgebiet und hatten sich als umsichtige, selbstlose und zupackende Verkehrsteilnehmer bewiesen, die in Berlin ihre verdiente Auszeichnung als "Kavalier der Straße" erhielten. Aus dem Verbreitungsgebiet unserer Zeitung war Daniel Drews aus Weiden an die Spree gereist. Aus der Hand des DVR-Präsidenten erhielt er Urkunde, Anstecknadel und Plakette für eine bemerkenswerte Tat.

Beherzt eingreifen

Der Fall: Ein 17-jähriger Azubi aus der Max-Reger-Stadt steigt abends aus dem Bus, schwingt sich auf sein Fahrrad und will die Straße überqueren. Ein Pkw erfasst ihn, er schleudert auf die Fahrbahn. Daniel Drews sieht im Scheinwerferlicht seines Pritschenwagens eine Person liegen und tatenlos herumstehende Gaffer. Er greift ein, merkt, dass der Verletzte röchelt. Offensichtlich hatte der Radler seine Zunge verschluckt und konnte kaum noch Luft holen. Beim Versuch, die Zunge zu fassen, beißt der Junge dem Helfer zweimal in den linken Zeigefinger. Drews gibt nicht auf und kann die Zunge schließlich nach vorne holen. Er bringt den jungen Mann, der nun wieder frei atmen kann, in die stabile Seitenlage.

"Kavaliere" dürfen sich jetzt auch Anita und Helmut Hellmich aus Reichertshausen an der Ilm nennen. Das Ehepaar hatte sich fürsorglich um eine 80-jährige Dame gekümmert, deren Pkw mit Problemen an der Kühlung liegengeblieben war. Die Hellmichs haben ihre Wurzeln in der Oberpfalz. Anita stammt aus Wernberg, Helmut aus Tirschenreuth.
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