Licht aus!

Joachim Fertsch kann es noch immer. Der Teunzer schaffte es mit Becher und Würfeln vor 18 Jahren zum Wettkönig. Bild: Gold

Das ZDF versenkt am Samstagabend das Flaggschiff "Wetten dass ..?" Der Weidener Behindertenbeauftragte Alexander Grundler war vor ein paar Jahren für vier Tage Mitglied des Teams. Alles passte - außer Britney Spears.

"Man kann ,Wetten dass ..?' viel nachsagen, kann es immer kritisieren. Aber es geht doch nicht ums Rentengesetz. Es geht um eine Spaß-Show", pflegt Thomas Gottschalk zu sagen. Am Samstag geht in Nürnberg die Ära der großen deutschen Samstagabendshow zu Ende. Die Sendung hat sich überlebt. Das Publikum ist ermüdet. Die großen Stars bleiben aus. Zuletzt stand die Sendung unter enormem Druck.

Große Emotionen

Für jemanden wie Alexander Grundler, der im März 2002 vier Tage lang als Lichtdouble im Vorfeld der Show mitwirken durfte, ist dieser Samstagabend allerdings mit sehr großen Emotionen behaftet. Er will sich die letzte Ausgabe unbedingt ansehen. "Gerade erst habe ich wieder in einem alten Karton gewühlt und ein Autogramm von Celine Dion herausgezogen."

Die kanadische Sängerin hatte ihm vor zwölf Jahren in München nach den Proben seinen "Backstage-Pass" signiert. "Ich hatte gerade nichts anderes zur Hand, habe ihn ihr hingehalten und sie hat's getan", strahlt er heute noch. Grundler war einst vom ZDF angeheuert worden, um für Kameras und Beleuchtung in die Rollen von Armin Müller-Stahl und eines Musikers aus der Joe-Cocker-Band zu schlüpfen. Unsere Zeitung begleitete den Weidener Behindertenbeauftragten in seiner Funktion als Moderator des damals erfolgreichen ARV-Projekts "Kino für Behinderte" vier Tage lang bis zur Livesendung im Messezentrum München. Ein Privileg, das anderen Medien verwehrt blieb. "Wetten dass ..?" hat sich immer mit einem Kokon umgeben. "Besonders beeindruckt hatte mich die Art, wie Regisseur Sascha Arnz mit den Dingen umgegangen ist. Auf der einen Seite ganz besonders, auf der anderen vollkommen unspektakulär," erzählt Grundler. Der Umgang untereinander sei sehr locker gewesen. "Selbst die Stars, wie Joe Cocker, Rod Stewart oder Stefan Effenberg haben sich extrem natürlich gegeben."

Der Weg der Diva

Mit einer Ausnahme: Britney Spears. Grundler: "Die ist mir durch ihre Sonderwünsche in Erinnerung geblieben. Da musste doch am späten Samstagnachmittag noch kurzfristig ein kompletter Bürocontainer aus- und umgeräumt werden, weil der jungen Diva der Weg zur Bühne sonst zu weit gewesen wäre." Aber selbst solche Allüren wurden vom ZDF mit einem Schmunzeln erledigt.

Die 48 Meter breite Bühne ist dreigeteilt. Im Mittelbereich tummeln sich die Gäste, links finden die Auftritte der Musiker statt und rechts die Wetten. Die Kandidaten lernt der Moderator erst am Donnerstagabend kennen, wenn er zum Team stößt. Mit den Promis bespricht er sich am Samstag in seiner Garderobe. Die Show beginnt 15 Minuten vor der Liveübertragung. Auch Markus Lanz kommt früher, plaudert mit den Promis in der ersten Reihe, mit dem Publikum, zieht sich kurz zurück, um unmittelbar darauf nach der Eurovisions-Hymne sofort wieder über die Treppe zurückzukehren. It's Showtime. Heute in Nürnberg zum letzten Mal. Licht aus! (Angemerkt)
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