Maßvoller Konsum unbedenklich – der Schritt in die Abhängigkeit jedoch klein
Genussmittel mit Suchtgefahr

Gerhard Krones arbeitete jahrelang als Drogenberater bei dem Caritasverband Weiden. Heute engagiert er sich aktiv bei der Initiative "Need no Speed". Archivbild: Katrin Wilck

Bier ist das am dritt-häufigsten konsumierte Getränk der Deutschen. Besonders im Freistaat mit seiner großen Brauereiendichte gehört es für die meisten Menschen zum traditionellen Lebensgefühl. In vielen Situationen ist ein kühles Bier nicht wegzudenken: beim Grillen mit Freunden, beim gemütlichen Zusammensein oder zur Entspannung nach einem anstengenden Arbeitstag. Jedoch gibt es auch Schattenseiten.

1,3 Millionen Menschen gelten in Deutschland als alkoholabhängig. „Bier ist ein gesellschaftlich toleriertes Suchtmittel. Es ist in Ordnung, wenn es in den medizinisch definierten Grenzen maßvoll konsumiert wird“, erklärt Gerhard Krones, ehemaliger Drogenberater des Caritasverbandes Weiden.

Die medizinisch definierte Grenze besagt, dass Erwachsene maximal ein bis zwei Bier pro Tag konsumieren sollten. Zwei Tage pro Woche sollten sie komplett auf Alkohol verzichten. „In diesem Rahmen kann man davon ausgehen, dass der Konsum kaum gesundheitlich bedenktich ist“, erklärt der ehemalige Drogenberater.

Dennoch besteht, wie beim Konsum aller alkoholischen Getränke, die Gefahr der Abhängigkeit. „Je früher junge Menschen exzessiv Alkohol konsumieren, das sogenannte Komatrinken, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, innerhalb von fünf Jahren in eine Sucht zu entgleiten“, erklärt Krones. Die Erfahrung des Suchtberaters zeigt, dass viele alkoholkranke Menschen im fortgeschrittenen Alter bereits in ihrer Jugend viel Alkohol konsumierten.

„Man sollte Bier nie wegen der Wirkung trinken", betont Krones. Für Menschen, die durch den Konsum ihre Laune heben, sich vielleicht sogar aus einer Depression befreien wollen, kann das schnell den Einstieg in die Abhängigkeit bedeuten.