Mehr als 100 Notrufe in der Oberpfalz - Schnaittenbach stundenlang ohne Strom
Herbststurm fegt Dach weg

Hoher Schaden entstand an einem Wohnhaus in Neudorf (Gemeinde Luhe-Wildenau). Dort riss der Sturm auf einer Breite von vier Metern das Dach ab und warf es auf die benachbarte Garage. Bild: ast
Der erste Herbststurm des Jahres in der Nacht zum Mittwoch bescherte den Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk viel Arbeit. Die Polizei bezifferte die Schäden insgesamt auf einen "mittleren bis hohen sechsstelligen Bereich". Menschen kamen ersten Angaben zufolge nicht zu Schaden. Als das Unwetter gegen 21 Uhr den Westen der Oberpfalz erreichte, verzeichnete die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums erste Notrufe aus dem Bereich Neumarkt. Bis Mitternacht gingen etwa 100 Mitteilungen über umgestürzte Bäume bei den integrierten Leitstellen beziehungsweise der Polizei ein. Im Bereich Nordoberpfalz war Neudorf (Luhe-Wildenau, Kreis Neustadt/WN) am heftigsten betroffen. Der Wind hatte ein Dach abgedeckt, Helfer waren die ganze Nacht beschäftigt, das Haus vor dem Regen zu schützen. 40 Mal mussten Feuerwehren ausrücken um umgestürzte Bäume zu entfernen. In der Nähe von Kornthan bei Wiesau (Kreis Tirschenreuth) mussten Helfer eine Straße reinigen, nachdem der Regen einen kleineren Erdrutsch verursacht hatte.

Stromausfall

In Schnaittenbach fiel (Kreis Amberg-Sulzbach)zwei Stunden lang der Strom aus, weil ein Baum eine 20-kV-Leitung durchgetrennt hat. Insgesamt waren im Kreis Amberg-Sulzbach zwischen 21.30 Uhr und 23.30 Uhr 19 Feuerwehren im Einsatz, um Sturmschäden zu beheben. Bei Ursensollen lagen so viele Äste auf der A 6, dass zur Reinigung eine Kehrmaschine angefordert werden musste.

Die größten Teile der Region kamen aber mit einem blauen Auge davon, weiß NT/AZ-Wetterexperte Andy Neumaier. Überwiegend seien die Böen mit 65 bis 90 Kilometern in der Stunde zwar recht heftig gewesen, aber nicht so schadensträchtig wie etwa im Großraum Nürnberg und weiter südwestlich, wo zum Teil volle Orkanstärke erreicht wurde. Die Bereiche Amberg und Schwandorf waren mit knapp über 100 Kilometern pro Stunde noch etwas mehr betroffen, erklärt Neumaier. Sehr stark traf es Oberbayern und Österreich. Im Kreis Starnberg wurde eine Frau leicht verletzt, als ein Baum auf ihr Auto fiel und die Windschutzscheibe zerstörte.

Kein Zugverkehr

Die Bahnstrecken zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald sowie zwischen Roth und Hilpoltstein blieben gesperrt. In Tirol waren 30 000 Haushalte um Kufstein und Schwaz zeitweise ohne Strom.
Weitere Beiträge zu den Themen: Themen des Tages (14863)Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.