NT/AZ-Wetterexperte Andy Neumaier wirft einen Blick in die Statistik der vergangenen Jahre: ...
Weihnachten: Schöner der Regen nie tröpfelt

Foto aus HUP-Import
Jedes Jahr aufs Neue stellt sich kurz vor dem Weihnachtsfest natürlich die Frage nach dem Bilderbuchwinter. Zu eingebrannt ist die Vorstellung von leuchtenden Tannenbäumen in glitzernd weißer Schneelandschaft, auch wenn wir global betrachtet damit ja eigentlich doch eher eine Minderheit sind. Und auch in Bethlehem dürfte es damals kaum geschneit haben, sonst hätten die Hirten wohl eher nicht im Feld bei ihren Schafen übernachtet. Aber haben wir eigentlich "Anspruch", jedes Jahr aufs Neue ein weißes Fest zu erwarten?

Seit 1990 gab es in Weiden acht Mal ein weiße Weihnachten, meist aber nur mit wenigen Zentimetern Schnee. Einzige, mit Abstand herausragende Ausnahme war 2010, wo in der Oberpfalz flächendeckend zwischen 28 und 70 Zentimeter, je nach Höhe, lagen. Damals wollte der Schneefall auch an den Feiertagen einfach nicht enden. Feiertagsausflüge und Familienbesuche wurden zu einer nicht ungefährlichen Angelegenheit. 8 weiße von 24 Weihnachten entsprechen einer statistischen Wahrscheinlichkeit von 33 Prozent, oder eben: Alle 3 Jahre klappt's in Weiden und Amberg. Das kann man natürlich alles nicht so glatt streichen, da sich milde Winter und kalte Winter gerne mal gruppieren, und in 2er- oder 3er-Gruppen nacheinander auftreten.

Bei den Temperaturen ist der Durchschnitt eher langweilig: In den vergangenen 24 Jahren gab es im Mittel eine Höchsttemperatur von plus 2 Grad an den Feiertagen, und eine Tiefsttemperatur von minus 3. In der Regel ist es dabei auch nicht sonnig gewesen, sondern eher trüb. Aber was wäre die Regel ohne ihre Ausnahmen? Sonnige und laue 11 bis 15 Grad garnierten das seither wärmste Weihnachtsfest 2012. Im vergangenen Jahr war es nur wenig kühler. Das kälteste Weihnachtsfest in Weiden liegt schon 13 Jahre zurück. Im Jahr 2001 gab es an Heiligabend 23 Zentimeter Schnee und minus 20 Grad in der Christnacht. Weitaus häufiger Schnee gäbe es übrigens interessanterweise, wenn das Fest nur eine Woche früher stattfände. Statistisch gesehen fällt nämlich hier deutlich öfter Schnee. Und wenn wir uns richtig erinnern, so gab es genug Fälle, an denen es genau 2 oder 3 Tage vor dem Fest zu regnen oder zu tauen begann, obwohl alles doch so gut anfing. Dieser Vorgang hat sich unter Meteorologen auch als feststehender Begriff des "Weihnachtstauwetters" etabliert, und hat in etwa eine Treffsicherheit wie die Eisheiligen. Auch in diesem Jahr geht's uns ähnlich, denn vor allem von Samstag auf Sonntag "täuscht" der Winter vor allem oberhalb von 500 Metern mit ein paar kräftigen Schneeschauern an, so dass am Sonntag früh in diesen Höhenlagen vorübergehend sogar Schnee liegen kann.

Pünktlich zum Fest kommt aber die Milderung. Der Heilige Abend wird mit 4 bis örtlich 10 Grad wohl der freundlichste und wärmste Tag der Woche. Erst zum zweiten Feiertag kehren feuchtkalte Luft und ein paar Schneeschauer in den Oberpfälzer Bergen zurück, aber vorerst wohl eher Marke "nasskalt". Ein Trend in Richtung mehr Frost und Winter ist dagegen in Richtung Jahreswechsel zu erkennen, aber wie "stabil" sich das dann bei uns einnistet, ist unklar. Mehr dazu gibt's dann in einem gesonderten Weihnachtswetter in der Ausgabe vom Heiligen Abend.
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