Pferde in Waldthurn nicht mit Equine infektiöse Anämie infiziert
Vorsichtige Entwarnung

Aufatmen bei Pferdebesitzern: keine weiteren Seuchen-Fälle. Archivild: Hartl

Andrea Daubenmerkl fiel ein Stein vom Herzen: "Mein Pony und der gesamte Pferdebestand im Stall in Waldthurn wurden vom Veterinärsamt Neustadt negativ getestet." Die Weidenerin hatte ihr Tier im Reisacher Reiterhof stehen, wo drei infizierte Pferde eingeschläfert werden mussten.

Gleichzeitig gab auch das Landratsamt Schwandorf Entwarnung: 34 Pferde des Reitsportvereins in Oberviechtach und weitere 20 Kontaktpferde im nördlichen Landkreis waren untersucht und die Blutproben getestet worden. "Nach Auswertung aller 54 Proben gibt es bislang keinen weiteren Fall einer Erkrankung mit Equine infektiöse Anämie (EIA)", teilt Pressesprecher Hans Prechtl mit. "Unsere Einschätzung, dass nur einzelne Tiere und keine ganzen Bestände betroffen sind, hat sich bestätigt."

Sperrbezirke bleiben

Auch ein zweiter Test bei Tieren eines weiteren Anwesens in Reisach (Gemeinde Trausnitz) sei negativ verlaufen. "Für die Dauer von drei Monaten bleiben allerdings die vom Landratsamt verfügten zwei Sperrbezirke aufrechterhalten, um sicherzustellen, dass es innerhalb der Inkubationszeit zu keiner weiteren Erkrankung kommt." Erst wenn eine zweite Untersuchung bestätigt, dass es keine weiteren Infektionen gibt, könne Entwarnung gegeben werden.

Ganz beruhigt ist Pferdeliebhaberin Daubenmerkl noch immer nicht. "Solange es dubiose Viehhändler gibt, die über Zwischenhändler Tiere aus Rumänien, Polen oder Tschechien einführen und für wenig Geld verkaufen, besteht die Gefahr, dass immer wieder Fälle der Pferdeseuche auftreten." Sie selbst kenne den Viehhändler aus dem östlichen Landkreis Schwandorf, der mit dem Verkauf der infizierten Tiere in Verbindung gebracht wird. "Ich habe die Besitzerin des Reiterhofs begleitet, als sie ein Pferd kaufen wollte."

Die Preisunterschiede sollten zu denken geben: "Mein Tier stammt von einem Züchter und hat damals 4000 Euro gekostet", sagt Daubenmerkl: "Beim Händler bekommt man schon Tiere ab 1800 Euro." Der Züchter investiere jede Menge Arbeit, Pflege und Futter. Dagegen klapperten windige Zwischenhändler Bauernhöfe in den Nachbarländern ab, wo die Pferde bestenfalls auf der Weide stünden. "Ich kann schon verstehen, dass ein Reiterhof, der zehn Pferde durchbringen muss, anders kalkuliert als ein privater Tierliebhaber." Den infizierten Vierbeinern habe man die Krankheit auch nicht angesehen. "Das waren schöne Pferde, die standen schön da."

Sparen am falschen Ende

Wie man jetzt sehe, sei aber das Risiko einfach zu hoch, wenn man am falschen Ende spare - für die eigenen Pferde, diejenigen der Einsteller und letztlich auch für die eigene Existenz. "Angeblich hatte der Händler für alle Tiere Gesundheitszeugnisse", sei ihr versichert worden. "Aber dann stimmt ja irgendetwas nicht."

Daubenmerkl hofft, dass solchen Verdachtsmomenten verstärkt nachgegangen werde, ist aber nicht sehr optimistisch: "Wir haben dem Landratsamt gemeldet, dass in einem Hof im östlichen Landkreis Neustadt immer wieder für wenige Wochen Pferde eingestellt sind und dann wieder abgeholt werden." Indizien für einen Handel, wofür eine Lizenz nötig sei: "Aber im Landratsamt hat man uns gesagt, dass man nicht einfach auf Verdacht dort kontrollieren kann."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.