Polizei warnt: Schwarzfahren mit dem Auto kann richtig teuer werden
"Bei Unfällen wird's knackig"

Ein 17-Jähriger sitzt am Steuer und dreht eine Runde. Neben ihm befindet sich sein Vater. Erlaubt ist das - aber nur, wenn der Junge auch einen Führerschein hat. Ansonsten drohen Geldbußen. Archivbild: dpa
(räd) Ein zwölfjähriges Mädchen dreht unter Aufsicht ihrer 35-jährigen Mutter einige Runden mit dem Auto auf einem Supermarkt-Platz. Was sich am Sonntag in Grafenwöhr ereignet hat (wir berichteten), kommt offenbar überhaupt nicht so selten vor. Es sei Fakt, dass vor allem auf dem Land schwarz gefahren werde, erzählt ein Polizist unserer Zeitung. Abgelegene Feldwege oder eben freie Supermarktplätze seien oftmals Schauplätze von Fahrübungen. "Das ist gängige Praxis, aber eben nicht erlaubt."

Stefan Hartl, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Oberpfalz, verweist auf die Gesetzeslage. Demnach benötige jeder, der auf öffentlichen Straßen ein Kraftfahrzeug führt, einen Führerschein. Ausnahmen gibt es lediglich für abgeschlossene Privatgrundstücke, die etwa von einem Zaun umgeben sind. Als Beispiele führt Hartl Verkehrsübungsplätze des ADAC an.

Wer ansonsten ohne Führerschein am Steuer erwischt wird, muss mit Geldstrafe oder mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr rechnen. Gleiches gilt für jede Person, die laut Straßenverkehrsgesetz "als Halter eines Kraftfahrzeuges anordnet oder zulässt, dass jemand das Fahrzeug führt, der die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hat". Im Fall aus Grafenwöhr bedeutet das, dass auch die Mutter mit einem Verfahren rechnen muss. "Wir sind verpflichtet, dem nachzugehen", sagt Hartl. Ungeachtet der rechtlichen Folgen droht unter Umständen weiterer Ärger: "Wenn's einen Unfall gibt, wird's richtig knackig", erklärt Hartl. Dann könne es zu Regressforderungen der Versicherung kommen. "Ein Todesfall könnte sogar den finanziellen Ruin bedeuten."

Wer ab wann ein Kraftfahrzeug führen darf, ist genau geregelt: Laut Josef Götz, Vorsitzender Regionalverbandes Weiden der bayerischen Fahrlehrer, gilt selbst für fahrerlaubnisfreie Kraftfahrzeuge, wie Fahrräder mit Hilfsmotor, ein Mindestalter von 15 Jahren. Wer einen Führerschein der Klasse L, also für Traktoren, erwerben will, muss laut Götz mindestens 16 Jahre alt sein. Ans Steuer eines Autos darf nur, wer mindestens 18 Jahre ist, beim Begleiteten Fahren darf schon ans Lenkrad, wer mindestens 17 Jahre ist.
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