Polizist geschlagen: Prozess gegen jungen Mann gestartet
Drogen und Gewalt

Der Vorwurf wiegt schwer: Ein junger Mann steht seit Mittwoch in Weiden vor Gericht, weil er Ende Februar mit einem Stuhl auf einen Polizisten eingeschlagen haben soll. Die Staatsanwaltschaft erkannte darin versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung an einem Vollzugsbeamten. Der ledige Berufslose legte zu Beginn der Verhandlung ein Geständnis ab.

Wegen Ruhestörung und einer Schlägerei waren die Polizisten im Februar in den sogenannten "Rio-Raum" in der Weidener Asylstraße 11 gerufen worden. Dort treffen sich in erster Linie linksorientierte junge Leute. Einer von ihnen war mit einer Flasche auf einen Beamten losgegangen. Andere Gäste wiederum traktierten die Uniformierten. Schließlich war die Lage nicht mehr zu beruhigen: Ein Polizeihauptmeister bekam einen Holzstuhl über den Kopf. Nur der Schutzweste des Beamten war es zu verdanken, dass er nicht schwerste Verletzungen an Kopf und Nackenbereich davontrug. Es blieb bei Prellungen und Schürfwunden, die dennoch zu einer Dienstunfähigkeit von zwei Wochen führten.

Vor dem Besuch im "Rio" habe er den ganzen Tag über Bier getrunken, Crystal geschnupft und gekifft, berichtete der Angeklagte vor Gericht. Warum er mit dem Stuhl zugeschlagen hat: Aus "irgendeiner Intention heraus", als er "einen Kampf" bemerkt habe, sagte er dem Gericht. Er sei dann geflüchtet. Erst am Tag danach habe er sich ins Bezirksklinikum Regensburg begeben.

Erinnerungslücken machten die Zeugen geltend. Sie tischten aber auch schier Unglaubliches auf. Einer 26-Jährigen drohte Landgerichtspräsident Walter Leupold deshalb sogar eine lange Freiheitsstrafe an. Drei Sympathisanten, die im Gerichtssaal lachten, verwies er umgehend das Saals. Der Prozess wird am 24 Oktober fortgesetzt.
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