Rote Laterne für Amberg

Wohin führt der Weg nach der Schule? In Amberg machen sich 6,7 Prozent aller Schulabgänger ohne Abschluss auf diesen Weg. Auch in Weiden stieg die Quote auf über drei Prozent. Bild: dpa

Die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss bleibt auf gleichem Niveau. Das ist das Ergebnis einer Studie der Caritas. Während der Kreis Neustadt/Waldnaab positiv abschneidet, kommt auch das Schlusslicht aus der Oberpfalz.

Der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss lag 2013 bundesweit im Schnitt bei 5,6 Prozent und erreichte damit den gleichen Wert wie im Jahr 2012. Im Freistaat und in der Diözese Regensburg liegen die Werte mit 4,4 und 3,5 im guten Mittelfeld, wie Marcus Weigl vom Diözesan-Caritasverband mitteilte. Allerdings ließen sich auf Bistumsgebiet Unterschiede erkennen. "Während die Landkreise Straubing-Bogen und Cham (beide 2,0) mit sehr guten Zahlen aufwarten, bilden die Städte Amberg (6,5) und Straubing (5,7) die Schlusslichter." Der Landkreis Neustadt/Waldnaab stellt, laut Weigl, einen positiven Ausreißer dar: "Dessen Quote halbierte sich seit 2011 annähernd von 7,8 auf 3,6 Prozent." In Weiden dagegen wuchs der Anteil von Schülern ohne Abschluss von 1,7 auf 3,1 Prozent an.

Zwei Sonder-Projekte

Dass Amberg das Schlusslicht in Bayern bildet, während der Landkreis Amberg-Sulzbach (2,5) weit unter dem Durchschnitt liegt, lässt sich für Schulamtsdirektor Peter Junge erklären: "Amberg beheimatet viel mehr Förder- und Sonderschüler sowie Migranten als der Landkreis."

Zudem biete die freie Kreisstadt mit der sogenannten P-Klasse (achte Klassen) und der "B10k" zwei Sonderprojekte, bei denen "Schüler aus Amberg und dem Landkreis, die eigentlich keine Aussicht mehr auf einen Quali haben, doch noch einen vereinfachten Abschluss erlangen sollen". Hier liege die Erfolgsquote bei fast 50 Prozent. "Zudem fallen alle Schüler, die eine weiterführende Schule vor Beendigung der 10. Klasse verlassen und den "Quali" nicht machen oder nicht bestehen, ebenfalls mit in diese Statistik", sagte Junge. Diese Gruppe zähle dann als Hauptschüler ohne Abschluss.

Als Gegenmaßnahme führte der Schulamtsdirektor eine Neu-Strukturierung der Mittelschulen in Amberg an. "Ab dem Schuljahr 2015/16 bauen wir unser Angebot aus, indem die Dreifaltigkeits-Mittelschule eine reine Ganztagesschule wird." Die Luitpoldschule sei für Regel- und M-Klassen, während Ammersricht praxisorientiert arbeite. Die Caritas analysiert seit 2009 die Zahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss. Diesmal werteten die Statistiker Daten von über 400 Kommunen und Kreisen aus.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.