US-Soldat als Helfer in der Not

Urkunden für vorbildliches Verhalten im Straßenverkehr erhielten (von links): Richard Riedl, Daniel Biermeier, Barbara Graf, Hans-Jürgen Bösl, Isabella und Arnold Bachmeier, Stefanie und Joshua Thorner, die mit ihren vier Kindern zur Auszeichnung angereist waren, sowie Peter Völkl. Bild: km

In den letzten zwei Jahrzehnten hat das Medienhaus "Der neue Tag" gut 700 Personen als "Kavaliere der Straße" ausgezeichnet. Mit der Dezember-Ehrung kamen vier weitere hinzu.

Der US-Soldat Joshua Thorner hat Auslandseinsätze hinter sich, aber auch in seiner zweiten Heimat Deutschland hilft er, wenn Not am Mann ist. Das war der Fall im September auf der B 299 zwischen Grafenwöhr und Pressath. Er und seine Ehefrau Stefanie bewährten sich in einer kritischen Situation als Helfer der ersten Sekunde.

Rentner frontal erfasst

Was war geschehen? Ein älteres Ehepaar war mit dem Fahrrad Richtung Pressath unterwegs und überquerte die Bundesstraße, um auf einen Waldweg einzubiegen. Die Frau war bereits auf der anderen Straßenseite, ihren Mann (82) erfasste der Pkw eines US-Soldaten frontal. Der hatte versucht, nach links auszuweichen, den Aufprall aber nicht verhindern können. Der betagte Radler prallte so stark gegen die Windschutzscheibe, dass das Glas zerbrach und das Autodach eingedrückt wurde.

Joshua und Stefanie Thorner aus Kemnath kümmerten sich um die 75-jährige Ehefrau des Opfers. Joshua Thorner stellte fest, dass der schwerstverletzte Radler noch am Leben war, säuberte ihm den Mund und bereitete den Einsatz der Rettungskräfte vor. Schließlich fuhren die Thorners die Ehefrau zurück nach Grafenwöhr und übergaben sie zur weiteren Betreuung an deren Schwiegertochter. Der Verleihungsausschuss unter Federführung von Polizeidirektor a.D. Josef Wittmann würdigte den selbstlosen Einsatz mit Urkunde, Plakate und Anstecknadel.

"Kavaliere der Straße" dürfen sich auch Daniel Biermeier, Richard Riedl (beide Eslarn) und Barbara Graf (Moosbach) nennen. Eine 80-jährige Rentnerin war mit ihrem Pkw von Moosbach in Richtung Weiden unterwegs und übersah bei Gröbenstädt die Vorfahrt einer Autofahrerin. Trotz einer Vollbremsung kam es zum Zusammenstoß, der Pkw der Rentnerin schleuderte zurück auf die Kreisstraße. Die Ersthelfer befanden sich unmittelbar hinter den Unfallfahrzeugen. Sie bargen die Rentnerin aus ihrem Pkw, versorgten die andere Fahrerin, warnten den fließenden Verkehr und säuberten die Unfallstelle.

Die Radmuttern gelockert

Anerkennungsurkunden für vorbildliches Verhalten überreichte der Verleihungsausschuss an Arnold und Isabella Bachmeier (Roggenstein/Stadt Vohenstrauß). Das Ehepaar hatte einer Frau beigestanden, die mit Ihrem Pkw von einem Kleintransporter gestreift worden war. Trümmer lagen verteilt über die Straße, die Fahrertüre ließ sich nicht mehr öffnen. Beide sicherten die Unfallstelle und warteten auf die Polizei.

Auch das Verhalten von Peter Völkl (Georgenberg) und Hans-Jürgen Bösl (Eslarn) verdient Anerkennung. Wie es in der Laudatio von Wittmann hieß, halfen beide einer Autofahrerin, die zwischen Vohenstrauß und Pleystein unterwegs war. Sie konnte kaum noch steuern, bremste. Das Auto hatte Schieflage, die Fahrertüre ließ sich nicht mehr öffnen. Das linke Vorderrad hing nur noch an einer Schraube an der Vorderachse. Völkl und Bösl hielten an, fanden Radmuttern und befestigten den Reifen wieder. Die Polizeiinspektion Vohenstrauß geht davon aus, dass dieser Fall zu einer Reihe von Vorkommnissen zählt, bei denen Radmuttern mutwillig gelockert wurden.
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