Viren suchen weiter Opfer

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H3N2 schlägt zu. Der Influenza-Typ sorgte auch in dieser Woche für zahlreiche neue Krankheitsfälle. Kliniken und Praxen sind gut besucht. Ob der Höhepunkt der Grippewelle erreicht ist, kann noch niemand sagen.

"Keine Entspannung", berichtet Rita Stadler von der Kliniken Nordoberpfalz AG. Die Krankenhäuser verzeichneten "nach wie vor sehr viele Aufnahmen" wegen Grippesymptomen. Für das Personal sei das eine große Herausforderung. Schon jetzt rechnet das Robert-Koch-Institut mit deutschlandweit 1,5 Millionen Arztbesuchen wegen Verdachts auf Grippe.

Steigende Werte

Auch für die Region gibt es Zahlen: Alleine von Donnerstag auf Freitag registrierte das Gesundheitsamt Amberg-Sulzbach zehn neue Influenza-Meldungen - insgesamt damit 240. Der Leiter der Behörde, Dr. Roland Brey, sprach von durchschnittlich 90 bis 95 Fällen pro Woche, die dem Gesundheitsamt gemeldet wurden. Nicht ganz so hoch sind die Werte im Bereich Weiden/Neustadt. Das Gesundheitsamt Neustadt/WN meldete am Freitagmittag insgesamt 104 Erkrankungen - ein Plus von 16 im Vergleich zur Vorwoche. "Momentan ist noch nicht erkennbar, dass es sich um eine außerordentlich schwere Influenzawelle handelt", erklärt Dr. Thomas Holtmeier, Chef des Gesundheitsamtes Neustadt/WN. Die Höchstwerte aus den Jahren 2012/13 oder 2008/2009 sind bislang noch nicht erreicht. Dennoch gehört die Grippewelle in diesem Jahr zu den schwereren. Der Grund: Laut Brey kursiert derzeit hauptsächlich der Subtyp der Influenza A-Viren namens H3N2, der schon in früheren Jahren für schwerere Verläufe vor allem bei älteren Menschen gesorgt habe. Zudem werde H3N2 vom diesjährigen Grippeimpfstoff schlecht abgedeckt.

Hohe Dunkelziffer

Sowohl Holtmeier als auch Brey heben hervor, dass die Labornachweise die Realität nur unzureichend darstellen. Nicht alle infizierten Personen erkranken auch und nicht alle Erkrankten suchen einen Arzt auf. Nur wenn dieser auch noch einen Labortest veranlasse, der positiv ausfällt, bekommen die Gesundheitsämter eine Mitteilung. Die tatsächlichen Zahlen könnten also noch weit höher liegen. Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass während einer Grippewelle schätzungsweise 5 bis 20 Prozent der Bevölkerung infiziert werden. Zur Vorsorge empfiehlt Holtmeier zumindest Händewaschen. Erkrankte sollten zudem besser in den Arm niesen.
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