Vorwurf Wahlbetrug: Funktionär vor Gericht
Linke berät Rumänen

Er selbst will nur Rumänen geholfen haben, sich mit dem Stimmzettel zur Kommunalwahl zurechtzufinden. Dazu erklärte ein 65-jähriger Parteifunktionär der "Linken" sechs Rumänen in ihren Wohnzimmern, wo sie für seine Partei ankreuzen müssten. Das räumte der später tatsächlich gewählte Grafenwöhrer Stadtrat am Donnerstag beim Prozessauftakt wegen Wahlbetrugs in Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) vor dem Weidener Amtsrichter auch ein.

Als die Rumänen dann aber ihre Kreuzchen setzten, will er sich außerhalb des Raums befunden haben. Nach Aussagen der Rumänen stand er die ganze Zeit daneben und deutete mit dem Finger auf die betreffenden Felder. So zumindest ihre Aussagen bei der Kripo im Frühjahr. Denn: Am Donnerstag wurde ihre Vernehmung zum Problem. Vier kamen gar nicht, sie sind im Ausland. Zwei weitere Zeugen sprechen kaum Deutsch, was eine Übersetzerin nötig machte. So konnte ein Rumäne zwar "Linke" nicht einmal aussprechen, hat aber deren Unterstützerliste im Rathaus unterzeichnet. Der Angeklagte wartete derweil auf dem Flur. Die Verhandlung wird am 17. Dezember fortgesetzt. Es folgen zwei weitere Verfahren, auch gegen den Bürgermeisterkandidaten der "Linken", dessen Anwalt gestern krank war.
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