Wenig Ruhe nach dem Sturm

Der Wind hat sich gelegt. In der Oberpfalz begann am Mittwoch das Aufräumen. Der Wettersturz nach Orkan "Niklas" brachte allerdings neue Gefahren.

(räd) Auch nach dem Durchzug des Sturms "Niklas" kehrte am Mittwoch noch keine volle Normalität ein. Unfälle infolge des Wetterumschwungs nach dem Orkan sorgten am frühen Morgen für Behinderungen. Auf der B 299 zwischen Kaltenbrunn und Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) starb ein 52-jähriger Familienvater.

Ein 29-jähriger US-Soldat war mit seinem BMW auf nasser und glatter Straße in den entgegen kommenden Kleinwagen des 52-Jährigen geprallt. Als mögliche Unfallursache gibt die Polizei nicht angepasste Geschwindigkeit und starken Seitenwind an. Auf der B 85 bei Edelsfeld (Kreis Amberg-Sulzbach) überschlug sich bei Eisglätte ein mit vier Menschen besetzter Transporter. Alle vier Insassen wurden verletzt.

Klarheit erst nach Ostern

Derweil läuft die Schadensaufnahme nach "Niklas". Konkrete Zahlen gibt es jedoch noch nicht. Die Versicherer erwarten viele Schadensmeldungen erst nach Ostern. "Wir gehen davon aus, dass der Sturm ,Niklas' deutlich weniger Schäden verursacht hat als der Sturm ,Kyrill'", sagte aber ein Sprecher des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Die Schäden in den Wäldern scheinen diese Einschätzung zu bestätigen. So seien etwa die Waldbauern im Landkreis Amberg-Sulzbach weitgehend mit "nicht markt- und bestandsrelevanten" Sturmschäden davongekommen, heißt es von den Geschäftsführern der Waldbauernvereinigungen.

Gefahr im Wald

Forstminister Helmut Brunner (CSU) warnte vor Spaziergängen im Wald. "Bei Waldbesuchen über Ostern und in den nächsten Wochen ist große Achtsamkeit geboten", sagte er am Mittwoch. Der Bahnverkehr in der Region hatte sich am Mittwoch weitgehend normalisiert. Die Bahngesellschaften wiesen aber auf mögliche Verspätungen auf ihren Strecken hin.

Die Polizei Oberpfalz zog ebenfalls eine erste Einsatzbilanz. Bis 1. April, 6 Uhr, hatte die Einsatzzentrale fast 800 Notrufe registriert, die 670 Einsätze nach sich gezogen hätten. Dazu kamen die Anrufe bei den drei Integrierten Leitstellen (ILS). Alleine die ILS Amberg habe mehr als 220 Unwettereinsätze disponiert.
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