Zur rechten Zeit am rechten Ort

Sie sind Vorbilder für andere Verkehrsteilnehmer (vorne, von links): Robert Wedel (Röslas, Gemeinde Königstein), Evelin Gabriel (Weiden), Anton Bauer (Neustadt/Waldnaab), Julia Hegner (Weiden), Pieter Wittmann (Amberg) und Eckhard Richter (Neuhaus/Pegnitz). Im Hintergrund die Mitglieder des Verleihungsausschusses. Bild: km

Der Oberpfälzer Menschenschlag gilt als besonders hilfsbereit. Den Beleg dafür liefert auch die Statistik der Arbeitsgemeinschaft "Kavalier der Straße". Jetzt wurden weitere Helfer ausgezeichnet.

Das Medienhaus "Der neue Tag", das der Arbeitsgemeinschaft seit mehr als 50 Jahren angehört, hat in vergangenen Tagen erneut selbstlose Helfer ausgezeichnet, die bei Notsituationen im Straßenverkehr ihrem Nächsten beigestanden sind. Damit erhielten im ablaufenden Jahr über 20 Personen Urkunde, Anstecknadel und Plakette. Im Druckzentrum unserer Zeitung in Weiden kamen weitere Kandidaten hinzu. Die Fälle im Einzelnen:

An einem Julitag gegen 22.30 Uhr kam eine 20-Jährige auf der B 85 zwischen Auerbach und Amberg ins Schleudern und von der Fahrbahn ab. Ihr Pkw rutschte einen zehn Meter tiefen Abhang hinab und prallte dort mit dem Dach voraus gegen einen Baum. Robert Wedel , der im Weiler Röslau nahe Königstein wohnt, hörte von seinem etwa 200 Meter entfernten Wohnhaus Geräusche und machte sich auf den Weg zu der schwerverletzten Fahrerin. Sie war so unglücklich eingeklemmt, dass sie zu ersticken drohte. Wedel leistete bis zum Eintreffen der Rettungskräfte vorbildlich Erste Hilfe. Die meldende Polizeiinspektion Auerbach bemerkt in ihrem Bericht auch, dass ohne das mutige Eingreifen der Unfall wohl längere Zeit unbemerkt geblieben wäre.

Die B 85 darf als Unfallschwerpunkt gelten. Ein weiterer Fall ereignete sich erneut im Gemeindegebiet Königstein. Eine 53-Jährige war im Juli um die Mittagszeit mit ihrem Pkw einen Abhang hinabgestürzt und mit ihrem massiv beschädigten Auto auf dem Dach gelandet. Sie war eingeklemmt und nicht ansprechbar. Eckhard Richter aus Neuhaus/Pegnitz, in entgegengesetzter Richtung unterwegs, hielt sofort an, stieg hinunter und versuchte, die Fahrzeugtüren zu öffnen, um zu der im Sicherheitsgurt hängenden Frau zu gelangen. Die Türen ließen sich nicht öffnen, Richter kroch durch die geborstene Heckscheibe ins Wageninnere. Eine zweite Helferin reichte ihm eine ausgebaute Kopfstütze, um der Schwerstverletzten Erleichterung zu verschaffen. Er bewahrte sie so vor dem Erstickungstod.

Peter Bär aus Floß im Kreis Neustadt/WN hatte Glück im Unglück. Er war mit seinem Krad in Weiden unterwegs. Stadtauswärts nahm ihm eine Pkw-Fahrerin die Vorfahrt, er erlitt unter anderem eine Rippenserienfraktur, konnte kaum atmen und hatte starke Schmerzen. Drei Passanten kümmerten sich sofort um ihn, sprachen im Mut zu und veränderten seine Körperhaltung, wenn die Schmerzen überhand nahmen. Bär schrieb in seiner Meldung an das Medienhaus, dass er als pensionierter Polizeibeamter eine solche Hilfeleistung nicht hoch genug einschätzen könne und meldete drei neue Kavaliere: Pieter Wittmann (Amberg), Julia Hegner und Evelin Gabriel (Weiden).

Eine Anerkennungsurkunde ging an Anton Bauer aus Neustadt/Waldnaab. Eine Frau hatte mit ihrem Pkw Motorprobleme in der Kreisstadt. Der Kfz-Meister stellte kapitale Schäden fest, riet zum Stehenlassen des Autos und fuhr die Frau nach Hause nach Wildenau im Landkreis Tirschenreuth.

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Die Arbeitsgemeinschaft im Internet:

http://www.kavalier-der-strasse.com
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