Ein Blick auf besondere Angebote: Therapiereiten - Führungskräftetraining - Extreme Trail
Die Oberpfalz: Eine Region für Pferde

Die Oberpfalz ist eine wunderbare Region, auch für Reiter und Freunde des Reitsports. Die langen Wege in der Natur laden ein, sich auf den Rücken der Pferde zu schwingen. Die zunehmende Beliebtheit war Anlass, sich einmal die Angebote in der Oberpfalz genauer anzusehen. Was wir gefunden haben: Ein Reittherapie-Zentrum, ein Führungskräfte-Training mit Dagmar Bäuml, und mit dem Extreme Trail ein noch ganz junger Sport. Am Ende des Beitrags führen wir eine Linkliste [aktualisiert am 26. April] zu Angeboten in der Oberpfalz auf.

Mit vorsichtigen und leicht zögerlichen Schritten geht Torsten über die Koppel von Pferd zu Pferd, um sie zu begrüßen. Beim letzten, Marrón, dauert das länger. Die beiden kennen sich. Es sieht aus, als ob sie ein wenig miteinander schmusen. Als Torsten das Halfter über den Kopf ziehen will, zeigt sich Marrón unwillig. Das Pferd hebt den Kopf, es klappt nicht sofort. Als es schließlich geschafft ist, kommen die beiden in den Stall. Torsten ist seit einigen Jahren hier zu Gast. Er ist sehr klein und zierlich für sein Alter, hat leichte Koordinationsstörungen; sein Kurzzeitgedächtnis funktioniert nicht immer. Der 13-jährige Junge schnappt sich den Schemel, um das Pferd zu striegeln.



„Therapie mit Pferden?“ frage ich. „O ja“, sagt Katja Süß. Die Diplom-Sozialpädagogin leitet das Reittherapie-Zentrum , das sie einst in Berlin begonnen hat. Jetzt ist es am Rand von Weiden zu finden.

Ungemütlicher Schneegriesel fällt aus den Wolken, als ich das erste Mal die letzten Meter durch den Wald fahre. Katja Süß und ich sind in dicke Jacken gehüllt. Wir gehen durch das Gelände. Angefangen in der großen Reithalle, von dort zur Rampe, auf der die Rollstuhlfahrer ihre Pferde besteigen, weiter zur Sattelkammer. Vergessen wir nicht Rico, Marrón, Pedro und Vasco – vier Pferde, die sich, wenn nicht bei der Arbeit, im Offenstall bewegen oder ruhen. Als wir vorbeigehen, schauen sie kaum auf.

In der Sattelkammer ist Ordnung Pflicht


Jedes Pferd hat einen eigenen Charakter. Marrón etwa, der Erhabene. Ein eleganter Tänzer, dessen Zuneigung man sich erarbeiten muss. Vasco ist dagegen ein Gemütstier. Sein ruhiges Wesen strahlt Beständigkeit und Sicherheit aus. Pony Pedro ist ein drolliger Schmuser, der sofort mit jedem durch dick und dünn geht. Rico ist der König, dessen beeindruckende Stärke sich auf die Menschen überträgt. Die Fakten zu jedem Pferd sind im Stall dokumentiert. Dort kann es jeder nachlesen.

In der Sattelkammer ist Ordnung Pflicht. Jedem Pferd ist eine Farbe zugeordnet. Kurz hineingeschaut: Dort liegen Lappen, Striegel, Schere und viele weiteren Utensilien in rot, gelb, grün und blau. Also können 12-jährige Kinder, die vielleicht aufgrund besonderer Umstände noch nicht lesen können, auch damit arbeiten. Katja Süß zeigt einige besondere Zügel. Sie haben Markierungen, sind aus besonderem Material, um besser gefühlt werden zu können. Derzeit nicht vonnöten, aber möglich: Auch blinde Kinder oder Patienten können mit Pferden arbeiten. „Es sind Tasthilfen, gleichsam geeignet für Menschen mit Wahrnehmungsstörungen“, erklärt sie.


Kinder lernen von und mit den Pferden. Insbesondere gewinnen sie dadurch Vertrauen, auch in sich selbst. (Bild: DKTR)

„Ich habe mir mal nicht vorstellen können, die erforderlichen Zusatzqualifikationen zu erwerben“, erinnert sich Katja Süß. Etwa neun Jahre alt war sie, als sie sich zum ersten Mal gemeinsam mit einer Freundin auf ein Pferd setzen durfte. Viele Jahre konnte sie nur in den Sommerferien reiten, sich vielleicht mal die ein oder andere Reitstunde als Geschenk zum Geburtstag wünschen. Mit 14 Jahren trug sie Zeitungen aus. Im Alter von 16 Jahren putzte sie im Kaufhaus des Westens in ihrer damaligen Heimat Berlin, um sich Reitstunden leisten zu können. Ihre Eltern staunten nicht schlecht, als sie mit 18 Jahren ihr erstes eigenes Pferd kaufte.

Die Liebe zur Oberpfalz


Als Dank an die Schülerlotsen, bei denen sie auch aktiv war, durfte Katja Süß im Alter von 14 Jahren in die Oberpfalz reisen, genauer nach Moosbach. „Es war herrlich, im Stall beim Melken helfen zu dürfen“, erzählt sie, strahlt dabei. Die Liebe zur Oberpfalz war erwacht. Nach ihrem Pädagogik-Studium baute sie in Berlin-Düppel ihr Therapiezentrum auf. „Weil wir auf dem Gelände der Universität und in direkter Nachbarschaft zur Tierklinik waren, haben unsere Pferde dann auch schon mal einen Elefanten gesehen“. Als die Uni den Pachtvertrag nicht verlängerte, musste das Therapiezentrum weichen. Gemeinsam mit ihren Eltern kaufte Süß einen Resthof in der Oberpfalz und baute ihn wieder auf. Das Gelände für das Therapiezentrum fand sie am Rand von Weiden. Seit 2007 ist sie hier.


Katja Süß. Bild: cdv

„Die Nachfrage nach Hippotherapie und den anderen Angeboten ist größer als wir derzeit leisten können“, berichtet die Diplom-Sozialpädagogin. Es gibt eine Warteliste. Adäquat ist für viele Patienten nur die Delfintherapie. Sie ist um eine Vielfaches teurer. Das Besondere an der Arbeit mit dem Pferd: Man muss mit dem Pferd kooperieren. Man muss sich an Regeln halten. Man muss mit dem Pferd kommunizieren.

Schüchterne Kinder ohne Selbstvertrauen


Katja Süß berichtet von notorischen Schulschwänzern, die mit Hilfe von Pferd und Stall wieder auf die Spur gebracht werden konnten. Sie berichtet von schüchternen Kindern ohne Selbstvertrauen, von Kindern, die nur getragen werden wollen. Sie erzählt von schwerbehinderten Menschen, die mit den Pferden umgehen; und berichtet von Autisten, die mit dem Pferd leben und lernen. Das geschützte Gelände, die stille Reithalle, und auch die Sattelkammer sind für sie und ihre Gäste sogenannte „sichere Räume“. „Manchmal geht es auch darum, nicht gesehen zu werden“, erklärt sie. Zufrieden berichtet sie von einem Jungen, der es nach einer Weile geschafft hat, den 400 Meter langen „Therapieweg“ auf dem Gelände geritten zu sein. „Ganz allein“, wie er selbst und sehr zufrieden strahlte. Wichtige Erfolgserlebnisse für Kinder, die tiefe Krisen erlebt haben.

Gearbeitet und gelernt wird mit verhaltensauffälligen Kindern, die hyperaktiv sind, die vielleicht das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom aufweisen, die etwa wenig Selbstbewusstsein haben, eine Lernbehinderung oder Sprachstörung.


Therapien mit Pferden können helfen, die motorischen Fähigkeiten zu verbessern. Bild: DKTR

Besonders wichtig ist der Diplom-Sozialpädagogin Katja Süß die Qualität der Therapie-Angebote. Die strengen Vorgaben, die etwa das Deutsche Kuratorium Therapeutisches Reiten e.V (DKTR). voraussetzt, sind ihr gerade recht. „Wichtig ist, dass auch die Menschen das bei der Auswahl der Therapeuten erkennen und berücksichtigen“, so die Diplom-Sozialpädagogin. Dass es derzeit drei sogenannte „Bundesverbände“ gibt, nervt sie sichtlich. Genauer: Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben für die Qualität der Therapie-Angebote. „Daran arbeitet das Kuratorium derzeit sehr ernsthaft“, sagt sie.

Der vernünftige Einsatz der Pferde


Das Weidener Reittherapiezentrum ist eine „Anerkannte Einrichtung des Deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten“. So kommen etwa Rico, Marrón, Pony Pedro und Vasco nur vier Mal pro Woche zum Einsatz. „Die Pferde wollen immer gern mitarbeiten“, erzählt die Leiterin des Therapiezentrums. Die Voraussetzung dafür ist der vernünftige Einsatz und die vernünftige Unterbringung.

Gerade erst war Katja Süß drei Tage auf der Equitana, der weltgrößten Pferde- und Reitsportmesse in Essen. „Es gibt jetzt gutes Material für das Ringspiel, und ich habe einen Reiterhelm mit einer Leuchtdiode als Rücklicht gefunden“, berichtet sie ihren Helferinnen. Getagt hat in Essen auch das Kuratorium; hier stand erneut das Thema Qualität im Vordergrund. „Es dauert, bis ich die ganzen Eindrücke der Messe verarbeitet habe“, sagt sie und lacht. Spaß gemacht hat es auch.

Sabrina Jahn


Im Jahr 1999 war Sabrina gerade mal 16 Jahre alt, als sie in einen Verkehrsunfall verwickelt und sehr schwer verletzt wurde. Nach mehr als drei Monaten im Wachkoma begann sie gemeinsam mit ihrer Familie, ihr Leben wieder aufzunehmen. Seither und noch immer leidet Sabrina unter Gleichgewichtsstörungen. Ihre Bewegungen sind verzögert, sie kann sich nur langsam bewegen, auch nur langsam sprechen. Sabrina, die schon vor ihrem Unfall ritt, hatte bei allem Glück. Auch ihr Arzt Dr. Gerhard Weber sah schnell: „Es wird Zeit, dass wir dich wieder auf ein Pferd bringen“, waren seine Worte. Seither trainiert Sabrina Jahn regelmäßig im Reittherapiezentrum.



Das Weidener Reittherapiezentrum
Das Weidener Reittherapiezentrum bietet derzeit drei Möglichkeiten: Hippotherapie, Heilpädagogisches Voltigieren und Reiten, letztlich Reiten für Menschen mit Behinderung als Sport. In diesem Jahr möchte Katja Süß das Ergotherapeutische Reiten in das Angebot aufnehmen.

  • Hippotherapie ist der medizinische Einsatz des Pferdes im Sinne einer Ergänzung der Physiotherapie auf neurophysiologischer Grundlage, die in ein therapeutisches Gesamtbehandlungskonzept eingebunden sein sollte. Tätig werden hier Ärzte und Physiotherapeuten.

  • Heilpädagogisches Voltigieren und Reiten umfasst heilpädagogische Maßnahmen zur ganzheitlichen und individuellen Förderung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Der Schwerpunkt liegt auf der Ebene der geistigen und sozialen Entwicklung. Hier arbeiten Pädagogen, Psychologen und Heilpädagogen. Voraussetzungen sind aber auch das Reitabzeichen 4 und ein Trainerschein.

  • Reiten als Sport für Menschen mit Behinderungen ist als Breiten- oder als Leistungssport möglich. Erforderlich ist für die Menschen mit Behinderung ein Sportgesundheitspass. Die Trainer benötigen eine Zusatzqualifikation, die sie befähigt, Menschen mit Behinderungen zu trainieren.


Selbstversuch: Führung für Führungskräfte


Saga und ich beäugen uns gegenseitig. Ich sie. Sie mich. Gleichmäßig kreisend führe ich den Striegel über das Fell. Ab und zu klopft sie mit dem rechten Vorderhuf auf das Pflaster. “Sie mag schon, dass jetzt etwas passiert”, erklärt mir die Psychologin Yvonne Straller. Die Strähnenbüschel vom Winterfell stieben durch den Wind davon. Mit meinen fast 52 Jahren war ich einem Pferd noch nie so nah. Jetzt stehe ich in der Reitschule von Dagmar Bäuml in Brensdorf und absolviere ein “Führungskräfte-Training - light”. Weil Sonntag ist. Dagmar befestigt eine Führleine. “Bring’ doch Saga mal in die Halle”, sagt sie mir. Und schon geht’s los.

Es beginnt eine gute Stunde unbekanntes Programm, dass mich das nasskalte Wetter schnell vergessen lässt. Die feine siebenjährige Lippizanerin macht fast alles mit. Fast. Ab und zu will sie ihren eigenen Kopf durchsetzen. Dass es mein Fehler ist, sagt mir Reitlehrerin Dagmar Bäuml. “Du bist nicht klar genug in deinen Anweisungen”, erklärt sie.


“Führungskräfte-Training - light”: Mit meinen fast 52 Jahren war ich einem Pferd noch nie so nah. Jetzt stehe ich in der Reitschule von Dagmar Bäuml in Brensdorf. Bild: Dietl

Der Reihe nach: Nachdem das Halfter über den Pferdekopf gezurrt ist, steht die Pferdeführung auf der Tagesordnung. Für mich bedeutet das, erst mal vorweg durch den weichen Sand in der Halle zu gehen. Saga folgt mir, ein um die andere Runde. Saga bleibt stehen, wenn ich stehen bleibe. Wir staksen weiter. Einmal schaue ich zu meiner Freundin am Rand der Halle, zwinkere ihr zu. Da bleibt die vierhufige Dame einfach stehen. “Das mit der ungeteilten Aufmerksamkeit...”, bedeutet mir Dagmar. Ok, verstanden, nicht ablenken lassen. Weiter geht’s.

Das ist alles noch ganz ruhig, bis mich Dagmar bittet, das Pferd schneller zu bewegen, mit einem verlängerten Arm. Während ich noch überlege, wie ich das bewerkstelligen soll, drückt sie mir eine lange Reitpeitsche in die Hand. Die muss ich gar nicht benutzen, sondern sie nur zeigen, es andeuten.

Ich bin überzeugt, dass Saga das alles schon kennt. Erst gelingt es auch. Sie trabt. Und weil ich den nötigen Abstand verliere, dreht die flinke Pferdedame sich um, und läuft mal in die andere Richtung. Hallo? Na, da ist Aufpassen angesagt. Zumal ich eigentlich gar nicht reden darf. “Keine Ansage”, sagt Dagmar an. Saga macht es sichtlich Spaß, immer wieder mal die Richtung zu wechseln.

Es braucht eine Weile, bis ich das richtige Gespür für den richtigen Abstand zu ihr finde, die richtigen Zeichen. Dann aber, holla, geht es sogar im Galopp. Saga gibt Gas, und ich bin einigermaßen zufrieden. Sie immer mal wieder zu loben, ihr den schlanken Hals zu tätscheln, das gefällt mir auch immer mehr. Wir kommen uns näher.

Ich werde jetzt selbst zum Pferd


Was mir Dagmar Bäuml und ihre Kollegin Yvonne Straller vor dem Training erzählt haben, zeigt sich hier deutlich: Das Pferd spiegelt alles wider. Immer sofort und unmittelbar. Jede Aktion zeigt eine Reaktion. Und ist darum so gut geeignet, etwa auch für Führungskräfte-Trainings. Jedes Pferd spiegelt jede Aktion des Menschen wider.

Ich werde jetzt selbst zum Pferd. Ganz einfach, weil mir Dagmar Bäuml quasi die langen Zügel in die Hand gibt. Nein, nein, ich lenke nicht. Ich werde gelenkt. Während ich vorweg marschiere, spüre ich Signale durch die Zügel, die mich rechts oder links laufen lassen. Der Perspektivewechsel ist wichtig, damit ich begreife, wie das Pferd geführt werden muss. Im richtigen Moment schnalzen, damit sie geht. “Brrrrr”, um sie zu stoppen. Funktioniert einwandfrei. Bei Saga auch. Manchmal sind die langen Zügel etwas zu tief. Noch mal durchatmen, korrigieren, im ruhigen Schritt voran. Die langen Zügel in meiner Hand geht es nun kreuz und quer durch die Halle.


Ein Perspektivwechsel, um die Führung der Zügel zu verstehen. Bild: Dietl

Die Herausforderungen steigen. Nunmehr am kurzen Zügel. Dagmar zeigt es mir. “Und nun du”, heißt die Anweisung. Neben dem Pferd her, die Zügel gleichmäßig in der Länge halten, dabei die schöne Lippizanerin Saga in die richtige Richtung lenken; das erfordert einigermaßen Konzentration. Mittlerweile beginne ich, uns für ein Team zu halten. Vielleicht ist sogar ein gegenseitiges Vertrauen erwachsen.

Das muss wohl so sein. “Du darfst sie reiten”, strahlt mich Dagmar Bäuml an. Flugs die Kappe auf meinen Kopf. Und es steht ein kleiner Plastikschemel dort. “Ach, quatsch”, sagt sie, nimmt ihn beiseite. “Greif’ hier und hier”, zeigt sie, “den Fuß hierhin, und hoch”. Angekommen auf dem Glück der Erde, dem Rücken der Pferde.


Angekommen auf dem Glück der Erde, dem Rücken der Pferde. Bild: Dietl

Den wunderbar warmen Pferderücken spürend, bin ich dennoch erstaunt und verwundert, und muss erst mal meine Position korrigieren. Jetzt ist es angenehmer. “Locker werden”, rät mir die erfahrene Reitlehrerin, “nimm’ mal die Spannung raus”. Ehrlich gesagt: Das gefällt mir. Es fühlt sich wirklich gut an. Leider sind wir am Ende meines Trainings angelangt. Ich schwinge das rechte Bein herüber, lande wieder sicher im Sand.

Das Pferd darf wieder in die Box. Saga nimmt mir routiniert einige Belohnungs-Möhrchen ab, ein letztes Foto von uns beiden. Dann eine Auswertung, der ich zunächst mit gemischten Gefühlen entgegen sehe. Unbegründet, wie sich zeigt. Mit der Hoffnung, dass sie mir nicht schmeicheln will, gibt es Lob. “Acht bis neun Punkte von zehn”, sagt mir Dagmar Bäuml. Klare Führung, klare und ruhige Ansage, überhaupt ruhig, konzentriert und gelassen gleichzeitig, dem Pferd freundlich zugewandt. Das Lob kommt auch von der Psychologin Yvonne Straller. “Du hast in sehr kurzer Zeit ungewöhnlich viel mit dem Pferd leisten können”, fügt sie hinzu. Beide bezeichnen sich, wie ich selbst erfahren habe, als Coach. Ich verstehe, wie viel Bedeutung so ein Training für Führungskräfte bedeuten kann.


Psychologin Yvonne Straller und Saga. Bild: Dietl

Der erfahrenen Dagmar Bäuml nehme ich das gern ab. Sie hat, wie ich ihrer Vita entnommen habe, schon alles auf dem Rücken der Pferde, in Ställen, auf Turnieren, und im Reitsport erlebt. Sie hat neben der Erfahrung wohl auch die Gabe, mehr in den Menschen auf den Pferden zu sehen. Sie durchschaut; auch, um den Menschen zu helfen. Gleichwohl, so sagt sie ernst, kennt sie ihre Grenzen. Sie ist Reitlehrerin, mit großer Begeisterung.

Schwebebalken für Pferde - „Extreme Trail“ für alle Rassen und Reiter


Den jungen Hengst interessieren die neuen Besucher gar nicht. Rauf auf den Holzsteg, geschickt herunter. Bei der Wippe ist er zunächst etwas ungestüm, nach einigen Korrekturen und Versuchen aber wieder souverän. Katja Brendel schaut nur, sagt dabei keinen einzigen Ton. Die 30-jährige Grafik-Designerin arbeitet schon seit einiger Zeit mit ihm zusammen. Sie sind ein eingespieltes Team. Interessant: Sie sitzt dabei nicht auf dem Pferd. „Extreme Trail“ nennt sich der Pferdesport, der sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Pferd und Führer nehmen bei der Bodenarbeit Hindernisse unter die Füße und Hufe. Von der Treppe über den schon erwähnten schmalen Holzsteg bis hin zur Hängebrücke lassen sie nichts aus. Geritten wird auch noch. Reiter und Pferd haben dabei aber immer noch keine Eile.


Bild: cdv

Möglich wird das auf dem Parcours, den Katja Brendel und ihr Mann Alexander Lippert (34) auf Gut Hammerberg in Auerbach aufgebaut haben. Seit 2013 verfolgen sie mit immer mehr Mitstreitern die Idee. „Das Ziel ist es, die Eigenverantwortlichkeit des Pferdes zu trainieren“, erklärt Katja Brendel. Innerhalb dieser Disziplin sollten die Hindernisse sicher, ruhig, entspannt und mit möglichst gleichmäßiger Geschwindigkeit mittig überwunden werden. Für diese Idee haben Brendel und Lippert sogar einen Verein gegründet.

Zehn bis zwanzig Elemente gehören zu den Standards, die jeder „Extreme Trail“ aufweisen sollte. Dazu zählen etwa die Hängebrücke, der Schwebebalken, Treppen. „Ein Wasser-Element gehört auch noch dazu“, ergänzt Alexander Lippert. Der Trail auf Gut Hammerweg weist mittlerweile fast 100 Elemente im Trail auf.

Möglich ist die noch recht neue Pferdesportart für alle Rassen und Reiter. „Es gibt auch keine Kleidungsvorschriften“, nennt Lippert einen weiteren Aspekt, der mehr die Freiheit in den Vordergrund rückt. Von den Kursen, die sie auf dem Gut anbieten, bleiben nach den Schätzungen der beiden etwa ein Drittel der Teilnehmer dran.

Bis es zum Bau des Trails kommen konnte, musste das junge Paar genügend andere Baustellen abarbeiten. Das Gut war, als sie es im Jahr 2006 kauften, in einem sehr schlechten Zustand. Die Vorher-Nachher-Fotos auf der Internetseite des Gutes dokumentieren das sehr deutlich. Ende 2012 reifte dann die Idee für den „Extreme Trail“. Nach und nach wurden immer mehr Elemente ergänzt. Gebaut wird natürlich noch heute immer wieder daran. Etwa 30 Pferde sind mittlerweile auf dem Gut beheimatet. Die offenen Ställe sind großzügig. Tränken und Unterstände stehen zur Verfügung.


Bild: cdv

„Das macht einen Riesenspaß“, erzählt eine junge Reiterin, die diesen Sport zum ersten Mal ausprobiert hat. Ihre nahezu gleichaltrige Freundin nickt zustimmend. „Wir haben vor einiger Zeit davon gelesen, und wir wollten das unbedingt ausprobieren“, fügt sie hinzu. „Und wir werden das auf jeden Fall wieder einmal machen“, sagt sie zum Entschluss, den die beiden schon gefasst haben.

Linktipps:

Reiterinitiative Altensee
Katschmandu Westernriding
Reitsportgemeinschaft Grub Moosbach
Harald Assigal
Pferdesportverein Oberviechtach
Reitsportgemeinschaft Weiden
Stormy Horse Ranch
Reitverein Tirschenreuth
Reit- und Freizeitanlage Wiesau

Reittherapie
Reitherapie-Zentrum Oberpfalz

Führungskräftetraining
Mensch - Pferd - Natur

Extreme Trail
Gut Hammerberg

Physiotherapie
Praxis für Physiotherapie Scharnagl

Tiergesundheit
Therapiezentrum für Pferde und Hunde

Reitställe
Reitstall Erlhammer
Happy Horse Ranch Letzau
Reitstall Weikersmühle
Pferdehof Leugas
Reitstall Sandra Weiß
Aktivstall Meuerhof
Pferdestall Baumerhof
Reitstall Kastner
Reitstall Weikersmühle
Reitstall Wenzl

Kutschfahrten
Kutschfahrten Stieg

Gestüte
Gestüt Greim

Und sonst...
Pferdefreizeit Oberpfalz e.V.
Hufheld - Verkauf und Tausch von gebrauchtem Reitsportzubehör
Jodok-Ritt
Treffen der Regensburger Pensionspferdehalter und Stallbesitzer
Pack.Esel. Eseltouren im Labertal

(Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Leider sind insbesondere viele Facebook-Seiten nur schlecht ausgefüllt, und bieten in vielen Fällen keinen Kontakt oder eine Weiterleitung auf eine ausführlichere Website. Weitere Hinweise daher gern an redaktion@oberpfalznetz.de. Wir ergänzen dann laufend.)
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