LBV fragt bei der Stunde der Gartenvögel Plus auch nach der Hauskatze
Haben Hauskatzen einen Einfluss auf die Artenvielfalt?

Katze im Baum. Bild: Nadine Wolf, LBV
 
Vogelbeobachtung im Garten. Bild: Marion Brunner, LBV

Hilpoltstein. Erstmals fragt der LBV bei seiner Mitmachaktion „Stunde der Gartenvögel Plus“ am kommenden Pfingstwochenende alle Teilnehmer auch nach einem Haustier. Die Naturschützer möchten herausfinden, wie häufig Katzen in den Gärten vorkommen und ob das Vorkommen einen Einfluss auf die Artenvielfalt hat.

Alle Teilnehmer sind deshalb vom 13.-15. Mai nicht nur dazu aufgerufen, eine Stunde lang alle Vögel zu zählen und Schwalbennester zu melden, sondern neben der Häufigkeit von Erdkröte, Zauneidechse und Hornisse auch Angaben über die Freigänger-Hauskatzen in ihrem Garten zu machen. Bereits zum zwölften Mal ruft der LBV zusammen mit seinem bundesweiten Partner NABU alle Naturinteressierten zum Mitmachen auf. Die Ergebnisse von Deutschlands engagierten „Bürgerwissenschaftlern“ liefern Aufschluss über die Entwicklung der heimischen Vogelwelt und den Lebensraum Garten.

Angaben über die Freigänger-Hauskatzen im Garten


Hinter dem bayerischen Plus der Aktion verbirgt sich dieses Jahr neben der Frage nach Schwalbennestern und der Häufigkeit von Erdkröte, Zauneidechse und Hornisse auch die Angabe von Freigänger-Hauskatze. Zahlen belegen, dass in knapp 20 Prozent aller Haushalte in Deutschland Katzen leben. „Ein früheres LBV-Mitmachprojekt zur Amsel hatte uns gezeigt, dass im Durchschnitt zwei Katzen einen Garten durchstreifen, dass es im Einzelfall aber sogar bis zu zehn Freigänger sein können“, so Martina Gehret die Verantwortliche für Citizen Science beim LBV. Gartenbewohner, die wie Eidechsen oder Zaunkönige besonders nah am Boden leben oder nisten, aber auch unerfahrene Jungvögel werden leicht zur Beute von Hauskatzen. „Doch sowohl Gartenbesitzer als auch Katzenhalter können durch eine geschickte Gestaltung des Gartens und einige gezielte Maßnahmen zur Entspannung der Situation beitragen“, klärt Gehret auf.

Jeder, der sich eine Katze zulegt, übernimmt die Verantwortung für das Haustier. Daher gehört auch die Kontrolle der Vermehrung zu den Pflichten eines jeden Halters. „Um unerwünschten Nachwuchs zu verhindern, sollten alle Freigänger-Katzen unbedingt kastriert bzw. sterilisiert werden“, rät Martina Gehret. Katzen können bereits ab einem Alter von zehn Monaten bis zu acht Junge bekommen und dies sogar zweimal pro Jahr.

„Alle Hauskatzen, auch die anhänglichsten Schmusekatzen, tragen einen natürlichen Jagdinstinkt in sich. Deshalb jagen auch gut genährte, satte Katzen, wenn sie die Gelegenheit dazu haben“, erklärt Gehret. Die Stärke des Jagdtriebs ist oft rasseabhängig, und so gelten zum Beispiel Perserkatzen eher als bequem, was aber nicht bedeutet, dass sie gar nicht auf die Pirsch gehen. Katzen werden mit zunehmendem Alter ruhiger und jagen weniger ausdauernd. „In Tierheimen wartet eine Vielzahl solcher älteren Katzen auf ein neues Zuhause. Jeder sollte sich deshalb bei einer Neuanschaffung gut überlegen, einer solchen Katze den Vorzug gegenüber einer süßen Babykatze zu geben“, sagt Gehret.

Tipps für Gartenfreunde


Auf seiner Homepage bietet der LBV viele hilfreiche Tipps für eine gute Nachbarschaft zwischen Katzenliebhabern und Vogelfreunden. „Sehr sinnvoll ist die Anpflanzung von dicht verzweigten, dornigen Gehölzen, wie Weißdorn oder Heckenrosen. Sie bieten den Vögeln ab einer gewissen Größe sichere Nistmöglichkeiten und sind aber für Katzen und andere Nesträuber unzugänglich“, erklärt Gehret.

Mitmachen bei der Stunde der Gartenvögel Plus ist einfach und man muss dazu auch kein Vogelkenner sein: Man setzt sich vom 13. bis zum 15. Mai eine Stunde lang in den Garten, Balkon oder Park und zählt in diesem Zeitraum alle Vögel, die zu beobachten sind. Benötigt wird dazu lediglich ein Block mit Stift und eine Stunde Zeit. Die Daten können direkt online in ein Formular eingegeben, per Post abgeschickt oder über Fax zum LBV gesandt werden. Für Laien unter den Teilnehmern bietet der LBV zusätzlich Steckbriefe mit den 30 häufigsten Gartenvögeln auf seiner Homepage an. Außerdem steht die große Aktionsseite www.stunde-der-gartenvoegel.lbv.de zur Verfügung, auf der sich alle Interessierten detailliert über das „Citizen Science“-Projekt informieren und viele Expertentipps einholen können.

Zum Download:


Teilnahme-Faltblatt für die Stunde der Gartenvögel Plus
Praktische Zählhilfe
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