Andrea Weber kommt zu spät und gewinnt
Schnellste Dame beim Nofi-Lauf

Auf der Zielgeraden machte Andrea Weber (links) trotz blutigem Knie noch ein paar Sekunden wett. Bild: Götz
Freizeit
Weiden in der Oberpfalz
06.05.2016
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Kurz vor 17 Uhr geht gar nichts mehr. Stau auf der A 93 bei Regensburg. Das Navi verkündet: "Ankunftszeit 18.23 Uhr." Andrea Weber wird nervös, da sie beim Nofi-Lauf, der um 18.30 Uhr startet, mitmachen möchte. Hektisch springt sie in Weiden aus dem Auto, kommt doch zu spät, aber schafft es am Ende als schnellste Frau ins Ziel.

"Das war der verrückteste Lauf meines Lebens", erzählt die gebürtige Mantelerin, die seit 10 Jahren in Reutte/Tirol lebt. Den Besuch bei der Familie in der Oberpfalz wollte sie mit dem sportlichen Großereignis verbinden. Erst am Sonntag hatte sie den Salzburg-Marathon in 2:52 Stunden bewältigt.

Als die 44-Jährige kurz vor halb sieben auf dem Injoy-Parkplatz ihre Schwester Erika trifft, liegen die Nerven blank. Schnell steckt sie sich die Startnummer an. "Den Chip habe ich gar nicht drangemacht, den hatte ich zusammen mit meinem T-Shirt in der Hand." Erika fährt sie mit dem Auto bis zum Bahnhof, dann ist die Straße abgeriegelt. "Ich bin raus und losgelaufen." Ganz bis zum Start schafft Andrea es nicht mehr. Gerade als sie von der Bahnhofstraße in die Weigelstraße einbiegen will, fällt der Startschuss. Die Läuferlawine rollte los.

"Auf einmal sind mir alle entgegen gekommen", grinst die Wahlösterreicherin. Ein Polizist habe ihr noch zugerufen: "Hey, das ist die falsche Richtung." Doch um in die Wertung zu kommen, muss Andrea die Startlinie passieren. Sie kämpft sich durch die Menschenmassen bis zur Zeitnahme, dreht um und gibt Gas. Im Slalom schlängelt sie sich an tausenden Läufern vorbei. "Irgendwann bin ich auch noch hingefallen und habe mir das Knie aufgeschürft."

Doch die routinierte Sportlerin steht auf, läuft weiter und freut sich im Ziel über eine Zeit von 21:24 Minuten. "Es hat unglaublich Spaß gemacht, auch wenn's vorher so chaotisch war", zieht Andrea Bilanz. "Die Zuschauer an der Strecke waren super und die Organisation richtig gut."

Auf einmal sind mir alle entgegen gekommen.Andrea Weber
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