Beste Newcomer-Band Bayern 2015
Ein Hoch auf "William's Orbit"

Ein musikalischer WM-Held ehrt Bayerns Beste. Fünf Weidener errocken sich in Würzburg den Titel als Newcomer-Band des Jahres. Ein Triumph mit Ansage. Und mit Folgen.

Andreas Bourani wartet schon, um die Helden zu umarmen. Als die Fünf von "William's Orbit" zum zweiten Mal in dieser Samstagnacht auf die Bühne stürmen, grinsend, winkend, jubelnd, tönt seine Weltmeister-Hymne aus den Boxen: "Ein Hoch auf uns, auf dieses Leben, auf den Moment, der immer bleibt." Ein Hoch auf "William's Orbit", dieser Moment bleibt ewig: Die Weidener sind eben zur besten Newcomer-Band Bayerns 2015 gekürt worden. Bourani, selbst "Solokünstler des Jahres", überreicht Sänger Siegfried Häusler die Trophäe. Verdient! Kein Einspruch auch aus dem Publikum. Knapp 2000 Fans in der ausverkauften Würzburger Posthalle johlen und klatschen.

Harte Konkurrenz

Ein paar Minuten später gibt Häusler hinter der Bühne ein Interview nach dem anderen. "Ein supergeiler Abend", schwärmt er. "Die Menge war geil, die Mischung an Bands cool." Gegen vier direkte Mitbewerber (und mehr als 100 Band-Bewerbungen im Vorfeld) setzten sich "William's Orbit" durch: "Zico" aus Nürnberg, deren Reggae-Rhythmen bei "Rastamann" die Feierstimmung anheizten, die Lokalmatadoren "Avalanche Ahead" mit ihrem an "Tool" geschulten Emo-Metal, die Münchner "Swallow Tailed" - irgendwo zwischen "The Cure" und "The XX" - sowie Timothy Auld, dessen Funk- und Soul-Sause nach den Weidenern nochmal viel Laune machte. Verdammt harte Konkurrenz.

Schwierig sei's vor allem, "alles in 15 Minuten zu pressen", bemerkt Häusler. "Kaum kommst du an auf der Bühne, musst du schon wieder gehen." Doch "William's Orbit" nutzen die knappe Zeit gut, jagen vier neue Songs raus, die im Frühjahr 2016 auf ihrem ersten Album erscheinen: "We will meet again", Sing Sang Sung", "Cleveland" und "Miles Away". Unschlagbare, euphorische Gitarrenhymnen voller Power und Pathos, bei zahllosen Proben und zuletzt vielen Festival-Auftritten bis zur Perfektion geschliffen. Ebenso wie die Bühnenpräsenz des charismatischen Frontmanns mit der Gänsehautstimme und seiner Mitstreiter. Jede ihrer Bewegungen spiegelt die Hingabe und das Vertrauen in die eigene Musik wider.

Vielleicht meint die Jury das mit ihrem Lob für die "überragende Bühnenshow", die den Ausschlag gegeben habe. Die Menge feiert die jungen Wilden aus Weiden wie keine andere Combo (ähnliche Begeisterung entfachen später nur noch die hippen Kölner "OK Kid", die außer Konkurrenz rappen). Angesteckt wohl von den etwa 30 Oberpfälzer Schlachtenbummlern, die viel Lärm machen und lustige Schilder in die Höhe halten: "Siggi, ich will ein Kind von dir!"

Was bedeutet das Urteil der Juroren für die ehrgeizige Gruppe, die auch schon mal einen lokalen Band-Wettstreit gewonnen hat ("Weiden tobt" 2008 als "Schülerband" des Augustinus-Gymnasiums)? "Auf dem Erfolgsweg haben wir die nächste Stufe erreicht", sagt Keyboarder Christian Gold. "Und", ergänzt Häusler, "wir haben neue Fans generiert." Sicher auch in der Jury, in der nicht nur Promis wie "Killerpilze"-Mitglieder und Kabarettist Florian Simbeck ("Die Komiker", "Erkan & Stefan") mitvotierten, sondern auch Promoter und Vertreter großer Plattenfirmen. Kann nicht schaden ...

Zumindest bringt der Titel "Bayerns beste Newcomer-Band" unbezahlbares Renommee und weitere Konzertengagements. Konkret eine Band-Reise im Wert von 10 000 Euro Anfang nächsten Jahres nach Quebec/Kanada. Zeit zum Feiern bleibt den "Willis" Samstagnacht kaum. Anderntags müssen sie früh raus: Schon um 9 Uhr sollen sie in Weiden und Umgebung zum Videodreh für "Miles Away" antreten. Der Erfolg ist hart erarbeitet. Um die Band-Karriere nach vorne zu peitschen, haben sich alle "Willis" ein berufliches Sabbat-Jahr genommen.

Von Würzburg nach Wurz

Naja ... "Ein Bierchen geht schon noch", meint Frontmann Häusler und zwinkert. Schließlich sieht er den Triumph von Würzburg als "krönenden Abschluss unseres Festival-Sommers". Im November gehen sie mit dem angesagten jungen Bluesmann Jesper Munk auf Deutschland-Tour. Zuvor, am 10. Oktober, tritt das Quintett beim "NEW Musics"-Festival des Landkreises Neustadt/WN in der Wurzer "O'Schnitt"-Halle auf. Und Kanada ist schon in Sichtweite. Auf Bayerns Beste wartet eine Art Weltmeisterschaft. Bouranis WM-Song hallt nach: "Ein Hoch auf das, was vor uns liegt. Dass es das Beste für uns gibt."
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