Freibäder klagen über Besuchermangel
Regen verwässert die Einnahmen

An heißen Sommertagen tummeln sich Kinder am liebsten im Wasser. 2016 bleiben die Massen auch im Freibad Windischeschenbach aus. Die Bäder in der Region klagen über Einbußen. Bild: mic

Meteorologen sprechen vom wärmsten Juli seit Jahren. Kann das sein? Bademeister Horst Lindner klickt sich durch seine Aufzeichnungen am PC. "Die Temperaturen haben zwar gepasst, aber das Wetter war zu unbeständig", bedauert er. "Die vielen Regentage haben die Leute davon abgehalten, ins Bad zu gehen."

Windischeschenbach/Weiden . Reinhard Meier, Vorsitzender des Weidener Schwimmvereins, kann dem Windischeschenbacher Freibad-Leiter nur zustimmen. Auch im Schätzlerbad tummelten sich in diesem Sommer deutlich weniger Badegäste als im Vorjahr. "25 bis 30 Prozent der Einnahmen werden uns heuer fehlen", prognostiziert Meier.

Bis jetzt verzeichnet das "Schätzler" 103 000 Besucher. "2015 waren es 172 000", erinnert sich der Vorsitzende an den Super-Sommer. Dass sich diese Zahl nicht jedes Jahr erreichen lässt, ist Meier klar. Doch der Schwimmverein wäre schon mit 140 000 Besuchern (2014) zufrieden. Am letzten Wochenende strömten an beiden Tagen 1500 bis 2000 Menschen ins Schätzlerbad. "An sehr guten Tagen können es schon mal über 8000 Besucher sein."

Mit diesen Massen rechnet der SV-Chef 2016 nicht mehr. "Im Mai und Juni sind die Leute noch heiß auf's Bad, aber jetzt, wenn sie vielleicht schon im Urlaub in Spanien oder Italien waren, ist die Luft raus." Die fehlenden Einnahmen schmerzen den Verein. "Zumal auch noch unser Rasenmähertraktor kaputtgegangen ist", klagt der Vorsitzende. Voraussichtlich bis 15. September können Sonnenanbeter und Schwimmer das Schätzlerbad nutzen. "Aber nur, wenn das Wetter gut ist, sonst schließen wir heuer am 10. September", erzählt Meier.

Erst 87 Badetage


Die Wetterkapriolen machten auch dem Windischeschenbacher Freibad zu schaffen. "Wenn's regnet, kommen nur die Schwimmer und die Aquajogger", weiß Horst Lindner. Obwohl die Statistik gar nicht mal so schlecht daherkommt. "Wir hatten bisher 87 Badetage. In einem Durchschnittssommer gibt es zwischen 110 und 120 Tage", rechnet der Bademeister vor. "Vielleicht kommt noch eine Schönwetterperiode", hofft er. Zwischen 35 000 und 36 000 Besucher zählt das Bad normalerweise im Jahr. "Heuer fehlt uns ein Drittel", informiert Lindner. "Bis jetzt sind es etwa 22 500 Besucher."

Das Terrassenbad Pleystein weist ähnliche Zahlen auf. Bademeister Hubert Rewitzer spricht ebenfalls von einem Drittel weniger Badegäste. "Wir haben im Schnitt 38 000 bis 40 000 Besucher im Jahr", erzählt Rewitzer. "Das schaffen wir heuer nicht." Erst bei Temperaturen über 30 Grad würden die Leute ins Bad strömen. "Vielen reichen 24 oder 25 Grad nicht. Bei uns weht oft ein frischer Wind, für Kleinkinder ist das nichts."

Saisonkartenbesitzer würden dagegen immer kommen, auch bei schlechtem Wetter. "Die ziehen sich in der Wärmehalle um, schwimmen ihre Bahnen und gehen dann wieder." Doch Einnahmen bringt das nicht.

Bademeister Siegfried Walter vom Waldbad Altglashütte fasst den Sommer mit zwei Worten zusammen: "Miese Saison", zieht er jetzt schon Bilanz. "Wenn die Sonne nicht scheint und die Temperaturen nicht passen, bleiben die Leute weg", seufzt er. Am Wasser liegt's nicht. "Das hat 26 Grad", freut sich der Waldbadchef. Abendschwimmer wissen das zu schätzen. Freitag und Samstag ist bis 21 Uhr geöffnet. Bis Ende August hofft Walter dieses Angebot noch aufrecht erhalten zu können.

Schaltjahr, kalt's Jahr


In einem Durchschnittssommer besuchen 15 000 bis 20 000 Personen das Waldbad. "Heuer werden es nicht mehr als 12 000", schätzt der Bademeister. Natürlich wünscht sich jeder Badbetreiber einen Bilderbuchsommer wie 2015. Walter begründet das schlechte Wetter 2016 mit einer Bauernregeln: "Schaltjahr, kalt's Jahr."

Wenn die Sonne nicht scheint und die Temperaturen nicht passen, bleiben die Leute weg.Bademeister Siegfried Walter
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