Mein Auto und ich
Nützliches Dingsbums

Es fährt. Das reicht, um seinen Besitzer zufrieden zu stellen. Bild: ggö
Welches Auto fahren Sie? Eine Frage, die bei mir nicht selten eine peinliche Pause zur Folge hat. Mein Gehirn fängt an zu rattern. Einen Kombi, klar. Passat? Nee, schon lange nicht mehr. Irgendwas Kurzes. Opel? Nö. Etwas mit "F". F ..., F ..., ach ja: Ford! Und wieder nehme ich mir vergeblich vor, mir das Wörtchen endlich so zu einzuprägen, dass ich es das nächste Mal auch mal ganz spontan aufsagen kann.

Was verrät uns das über mein Verhältnis zu Autos? Wohl dass ich keines habe. Also, Auto schon, aber kein Verhältnis dazu. Sehr unmännlich, ich weiß. Meine Meinung: Autos sind dazu da, um einen von A nach B zu bringen und dabei nett Rockmusik zu hören. Eine gute Stereoanlage ist mir wichtiger als die PS-Zahl. Und wenn's bergauf dann etwas zäher läuft - egal: Das verlängert den Musikgenuss.

Vielleicht sind es ja die Nachwirkungen eines Traumas. Zum 18. Geburtstag schenkten mir meine Eltern einen gebrauchten Golf, grün-metallic. Mit ihm und Kumpel Ernst wagte ich ein Jahr später mein bis dahin größtes Abenteuer, einen Kroatien-Urlaub (damals hieß das Jugoslawien und war noch viel, viel weiter weg). So was schweißt zusammen. Es lief so richtig glatt mit uns. Besonders im Winter darauf: Auf dem Weg von der Schule nach Hause rutschte der Wagen auf die Gegenfahrbahn. Zum Stotterbremsen war ich zu unerfahren, und so knallte mein Golfi frontal in ein entgegenkommendes Auto. Die Folge: Totalschaden. Auch in mir muss da wohl etwas in die Brüche gegangen sein. Nie wieder habe ich es gewagt, ein emotionales Verhältnis zu einem Auto aufzubauen. Das soll nicht heißen, dass es Autos bei mir schlecht hätten. Nein, sie werden gewaschen, gewachst und gewartet, aber eben nur, weil es sein muss. Ein Akt der Vernunft, nicht der Leidenschaft.

Heute fahre ich eine weiße Familienkutsche mit großzügig bemessenem Kofferraum und Navi (tolle Erfindung). Sie erfüllt ihren Zweck. Ich bin zufrieden. Das Modell? Ford. Ford dingsbums, äh ... Focus! Geht doch! Aber fragen Sie mich jetzt lieber nicht nach dem Kennzeichen.

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Der Genfer Autosalon, eine der wichtigsten Automobil-Fachmessen weltweit, endete kürzlich. Das hält einige Redakteure nicht davon ab, weiter über ihr Verhältnis zu Autos nachzudenken. Das Ergebnis lesen Sie hier in zwangloser Folge.
Weitere Beiträge zu den Themen: Ford Focus (1)Mein Auto und ich (9)
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