Mein Auto und ich
Quadratisch, praktisch, gut

Zwei, die seit vielen Jahren gut zusammenpassen: Manfred Hartung und "Rot-Riguez". Bild: Schönberger
Ich frage mich nach 35 Jahren immer noch gelegentlich, warum ich mein erstes Auto nicht "Eugen" getauft habe. Es handelte sich schließlich um einen ockerfarbenen Fiat 127. Wahrscheinlich, weil ich keinen rechten Bezug zu dem Oberpfälzer Schriftsteller hatte, den man übrigens auch nicht mit "ck" schreibt.

So ließ ich "Tscharlie" Pate stehen, den eigenwilligen Helden aus "Münchner Geschichten". Denn seinen eigenen Willen hatte mein erster kleiner Italiener auch manchmal.

Als ich Anfang der 90er Jahre Kohle für einen schwarzen Panda (mit Faltdach!) zusammenkratzte, nannte ich meine Neuerwerbung "Balou" - zu Ehren des Bären aus dem "Dschungelbuch". Beim Nachfolger, einem Fiat Brava in Grün, spannte ich den Bogen zu "Herschel". Man muss ja auch mal interkonfessionell denken. "Herschel" lebte leider auch nicht ewig.

In seine Schlappen trat "Rot-Riguez". Er ist ein (roter!) Fiat Idea und als solcher ein Minivan, der dem anatomisch benachteiligten Fahrer ab 50 durch seine hohe Sitzposition ein unproblematisches Ein- und Aussteigen ermöglicht.

Ich mag "Rot-Riguez". Er ist wie Ritter Sport: Quadratisch, praktisch, gut. Er ist flott, bequem, geräumig und zuverlässig. Seiner kompakten Schönheit tut es auch keinen Abbruch, dass meine Frau schwarze Katzenpfoten auf die große Heckklappe gepappt hat. Und er hat kaum Falten. Höchstens ein paar Gebrauchsspuren. Die darf ein Zehnjähriger auch haben. "Rot-Riguez und ich - wir zwei fahren überall hin.

Manchmal fahren wir auch in die Werkstatt, in die weltbeste Fiat-Werkstatt nach Wildenreuth. Hier werde ich seit 1981 "vom Simmerl" inzwischen in dritter Generation bestens betreut. Und auch wenn's niemand glaubt. So oft bin ich gar nicht da. Aber wenn, dann ist das mehr als eine bloße Geschäftsbeziehung.

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Der Genfer Autosalon, eine der wichtigsten Automobil-Fachmessen weltweit, endete kürzlich. Das hält einige Redakteure nicht davon ab, weiter über ihr Verhältnis zu Autos nachzudenken. Das Ergebnis lesen Sie hier in zwangloser Folge.
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