Pokemon-Hype in der Max-Reger-Stadt
Arena im Jugendzentrum

Bild: ggö

"Bisher keine Zwischenfälle", melden Polizei und Feuerwehr. Trotz Dauerblick aufs Smartphone ist in Weiden bisher kein "Pokémon Go"-Spieler in einen Unfall gestolpert. Der Rummel um die App hält an. Mittendrin auch ein 40-jähriger Pädagoge.

Weiden/Neustadt/WN. "Mir bleibt fast nichts anderes übrig", bekundet Florian Graf (im Bild links) auf die Frage, ob auch er das neue Smartphone-Spiel "Pokémon Go" heruntergeladen hat. Der 40-Jährige beschäftigt sich beruflich damit: "Ich arbeite ja im Jugendzentrum. Bei uns spielt es so gut wie jeder." 90 Prozent der Jugendlichen probierten den Spiele-Hit zumindest einmal aus, erklärt Graf. Auch er hat es installiert, weil er auf dem Laufenden bleiben will.

Bis jetzt ist der Mitarbeiter im Jugendzentrum noch ein Anfänger: "Ich spiele seit vier Tagen. Ich weiß noch nicht, was selten ist und was nicht. Ich kann mir auch die Namen nicht alle merken." Die Weidener Poke-Fans haben sich inzwischen gut organisiert: Die Gruppe "Pokémon Go Weiden" auf Facebook hat mittlerweile über 1500 Mitglieder. Der Softwareentwickler Daniel Käs, Moderator der Gruppe, findet: "In Weiden sind relativ Viele unterwegs. Egal, in welcher Altersklasse. Es kommt auch gut an. Man macht viele neue Bekanntschaften."

Technische Probleme


Allerdings wird das Spielerlebnis seit der Veröffentlichung vor einer Woche immer wieder getrübt. Wie viele der anderen Trainer hatte auch Graf oft technische Probleme: "Momentan ist es nicht immer leicht, weil die Server total überlastet sind." Am liebsten spielt der Weidener, der für die SPD im Stadtrat sitzt, in der Innenstadt: "Da ist es am lustigsten, weil überall Leute rumrennen, die Pokémon spielen." Er erkennt sie mittlerweile leicht: "Sie laufen unkontrolliert in verschiedene Richtungen. Und wenn sie ein Pokémon fangen, müssen sie kurz stehenbleiben. Das sieht man."

In Gedenkstätte geblockt


Das Spiel verwendet prinzipiell alle Orte als Kulisse für die Pokémon-Jagd. Manche Stellen eignen sich dafür aber kaum: Friedhöfe etwa, oder Autobahnen. Auch Privatgrundstücke sind tabu. Besonders kritisch: die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. All das sind keine Spielplätze. Doch die Hersteller scheinen mitgedacht zu haben: "Wir haben das Gelände mit zwei Mitarbeitern abgesucht und nichts gefunden", erzählt der Flossenbürger KZ-Gedenkstellenleiter, Jörg Skriebeleit. "Die sind hier geblockt. In der KZ-Gedenkstätte gibt's keine Pokémon." Bei einem ähnlichen Spiel vor zwei Jahren habe das großen Ärger verursacht. "Ich vermute, dass man schon im Vorfeld versucht, diesen Skandal zu vermeiden."

Monster auf Friedhof?


Stadtfriedhofswärter Thomas Teichmann hat speziell von "Pokémon Go" auf seiner Anlage noch nichts mitbekommen. "Die Leute gehen mit dem Smartphone über den Friedhof. Das haben sie schon immer getan." Was sie dabei machten, wisse er aber auch nicht.

Auf die Arbeit von Florian Graf im Jugendzentrum nehmen die Pokémon direkten Einfluss: "Alle Jugendlichen wollen plötzlich spazieren gehen", erläutert der 40-Jährige. Außerdem sei an seinem Arbeitsort zufällig eine Arena. An diesem speziellen, nur im Handy-Spiel bestehenden Ort können die Spieler Kämpfe gegeneinander austragen. "Da kommen jetzt plötzlich neue Leute ins Juz."

Zumindest der Pädagoge kann an dem Spiel nichts Schlechtes finden. "Im Endeffekt verbindet es Spielen mit Rausgehen", stellt er fest. Es sei halt so wie mit jedem Hobby: "Man sollte es nur nicht übertreiben."

Pokémon-Tour"Der Neue Tag" lädt zur Pokémon-Tour. Treffpunkt am Mittwoch, 20. Juli, um 14 Uhr am Brunnen des Oberen Markts. Anfänger und Profi-Pokémon-Trainer können gerne mitmarschieren. Wir hoffen auf einen regen Austausch über Fangtechniken, Jagdgründe und Arenakämpfe. Um seltene Pokémon anzulocken, legen wir Lockmodule aus.
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