Raunacht der Nordoberpfälzer Musikfreunde
Raue Nacht mit derbem Humor

Gruselige Gestalten trieben bei der Raunacht der Nordoberpfälzer Musikfreunde ihr Unwesen. Mit dabei waren auch Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und sein zweiter Stellvertreter Lothar Höher (Zweiter und Vierter von links). Bild: hcz

Grausige Gestalten jagen durch den "Strehl"-Saal. Donner und Blitz allenthalben. Vier gruselige, schaurig-schöne Perchten machen bei der zweiten Weidener Raunacht der Nordoberpfälzer Musikfreunde (NOM) die Gegend unsicher, treiben der Sage nach den Winter aus. Und heizen ein an einem außergewöhnlichen Abend.

Lange vor Beginn ist der Saal überfüllt. Im Freien begrüßt die Vorstandsschaft der NOM, mit Horst Fuchs an der Spitze, die Gäste an einer Bar. Zum Aufwärmen steht man zudem am offenen Feuer. Fuchs erklärt, dass die Tradition der Perchten aus dem bayerisch-österreichischen Raum stamme. Es gebe gute und böse Geister der Raunacht. In Weiden hätten die NOM den alten Brauch voriges Jahr wieder erweckt.

Musikalisch heizen sodann die "Original Oberkrainer Freunde" unter der Leitung von Gerald Kliebhan ein. Die fünf Mann mit Trompete, Gitarre, Akkordeon, Klarinette und Bariton bringen das Publikum schnell in Stimmung. "Auf der Autobahn", das bekannte schnelle Stück für fingerfertige Akkordeonisten, erklingt, aber auch das romantische Klarinettenstück "Der Wind bringt mir dein Lied".

Manchmal derb, deftig, bissig - immer aber lustig und fidel: die "Koiser-Weiwer" aus Nitzlbuch. Mutter und Tochter, perfekt eingespielt, bieten althergebrachte Gstanzln, Moritaten und Spottlieder. Der "Winter Siegi", der "Kiener Hans" und der "Hierold Berthold" spielen mit Harmonika, Gitarre und Kontrabass Oberpfälzer Melodien, zum Beispiel den "Wadlbeißer-Boarischen". "Jesas Leit! Heit gibt's a Musi", so lautet das Leitmotiv der "Zupfer-Moidln" aus Neustadt/WN. Mit lustiger Musik und ebenso lustigen Witzen unterhalten sie die Gäste.

Ebenso gut schlagen Christian Müller (Waldthurn) und seine "Rüscherl-Musi" ein. Müller erzählt, dass ihn ein tschechischer Zöllner gefragt habe, was er beruflich treibe. Nach einigem "Nix verstehen" habe er erklärt, dass er die Leute unterhalte und viel Unsinn erzähle. Daraufhin habe der Zöllner verstanden: "Ach so, Du Bürgermeister?" Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Schirmherr der Veranstaltung, unterlässt es daraufhin, ein "langes, unsinniges Grußwort" zu sprechen und belässt es dabei, "viel Vergnügen weiterhin" zu wünschen.

Markus Keßler aus Windischeschenbach, ein genialer Mundartdichter, geht in gereimter Form auf eine Lehramtsprüfung, auf einen Zahnarztbesuch, die vergangene Weihnachtszeit und den anstehenden Fasching ein. Moderator Karl-Heinz Deisinger weiß, dass der Papst versprochen hat, uns im heiligen Jahr alle Sünden nachzulassen. Folglich: "Leit! Mir kinna wieder umloua!". Mit einer Orchidee wird Traudl Marek belohnt. Sie hat die Gewänder der Perchten entworfen und 120 Hasenfelle dafür zusammengenäht. Die fantasievollen Masken stammten von Sebastian Ertl. Am 3. und am 17. Januar, sowie am 7. Februar sendet OTV den Mitschnitt der NOM-Rauhnacht.
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