Schätzlerbad: September rettet Badesaison
Furioses Finale

So entspannt wie die Badegäste können die Verantwortlichen des Schätzlerbads erst dreinblicken, seit das September-Hoch über Weiden lachte. Es spülte noch mal mächtig Gäste ins Freibad und damit die Kassen voll, so dass Schwimmvereinsvorsitzender Reinhard Meier am Saisonende bilanziert: "Wir sind insgesamt zufrieden." Bild: Götz

Lange droht diese Schätzlerbad-Saison ein Schlag ins Wasser zu werden. Doch dann kommt der September. Im Gepäck hat der Monat Top-Temperaturen. Der Schwimmverein reagiert und verlängert die Öffnungszeit des Bades um acht Tage. Das spült dringend nötiges Geld in die Kassen, bringt aber auch Ärger ein.

Was für eine kuriose Saison: "Erstmals verzeichneten wir im September mehr Besucher als zum Saisonstart im Mai", sagt der Schwimmvereinsvorsitzende. Insgesamt 129 000 Besucher zählte Reinhard Meier von der Eröffnung am 7. Mai bis zum Badeschluss am 18. September im Schätzlerbad. Kein Vergleich ist das zum Super-Sommer 2015, als 172 000 Badegäste kamen. Oder zu 2014 mit 140 000 Besuchern. "Aber wir sind insgesamt zufrieden."

Warum? "Weil die Einnahmen dank des Septembers mittlerweile im Schnitt liegen." Konkret heißt das, sie rangieren zwischen 140 000 und 150 000 Euro. Damit und mit den 550 000 Euro von der Stadt seien die Kosten wohl gedeckt: "Wir müssten hinkommen. Man sieht daran aber auch", betont Meier, "unter 550 000 Euro geht es nicht." Kurzum: Der Finanzausschuss kann sich schon jetzt auf weitere Forderungen gefasst machen. Denn Meier erklärt, er werde auch für die nächste Saison den bereits heuer stark umstrittenen nachträglichen Zuschuss der Stadt in Höhe von 50 000 Euro für den Betrieb des Schätzlerbads beantragen.

Und noch etwas kann Meier bereits jetzt über die nächste Saison verraten: Es hat sich zwar heuer gezeigt, dass der beste Freund des Menschen nicht unbedingt zum besten Kumpel der Weiher-Anhänger zählt. Die Aufregung um das Hundeschwimmen dort, das parallel zum Gratisschwimmen in den Becken stieg, war enorm. Trotzdem will Meier auch 2017 am Tag nach dem voraussichtlich letzten Badetag die Vierbeiner im Weiher planschen lassen. "Der Parallelbetrieb heuer war nicht optimal. Aber wir konnten das nicht mehr verschieben, nachdem feststand, wir verlängern die Öffnungszeiten."

Übrigens war das Hundeschwimmen nicht das einzige Problem, das so eine Badesaison-Verlängerung mit sich bringt. "Wir mussten viele Klimmzüge machen. Wir hatten kaum mehr Personal." Zum Schluss waren nur noch zwei Aufsichtspersonen verfügbar. Das Chlorgas ging zu Ende, Ausbesserungsarbeiten mit Handwerkern mussten verschoben werden, einige müssen ganz ausfallen. Zwei Wochen blieben nun nur für den Rückbau, für die Abdichtung.

Und dann? "Warten wir ab, wie streng der Winter wird." 40 000 Euro für Frostschäden seien die Regel. Wird's besonders kalt, kann's auch teuerer werden. Aber auch ohne große Frostschäden seien Investitionen in bauliche Änderungen abzusehen. "Das Bad ist schließlich 40 Jahre alt."
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