Sie gießen auch füreinander
Im Integrationsgarten gibt es viel zu entdecken.

Ulrike Weber inmitten der Parzellen, die von Menschen aus zehn Ländern bewirtschaftet werden. Der "Interkulturelle Garten" hatte am Wochenende seine Türen auch für Besucher geöffnet. Bild: hcz

Hier plaudert der Russe mit dem Deutschen, der Tunesier mit dem Griechen. Zwischendurch kümmern sie sich um ihre Gärtchen, und im gemeinsamen Gartenhaus wird türkischer Tee serviert. Im "Integrationsgarten" gibt es viel zu entdecken.

Dieser "Integrationsgarten" am Stockerhutweg hatte am Sonntag seine Pforten auch für Besucher geöffnet. Auf knapp 5000 Quadratmetern sind dort 30 Parzellen zu sehen, die von Menschen verschiedener kultureller Herkunft bewirtschaftet werden.

Projektleiterin Ulrike Weber, die als Migrationsberaterin beim BRK für den "Interkulturellen Garten" zuständig ist, berichtete, dass das Zusammenleben der verschiedenen Nationalitäten und Kulturen hervorragend funktioniere. Zwischen Petersilie und Tomaten plaudern Russen, Türken, Deutsche miteinander. Doch dabei bleibt es nicht. Sie helfen sich, geben Tipps.

Geräte von der Stadt


Es gebe keine eingezäunten Grundstücke, erläuterte Weber. Gartengeräte, von der Stadt gestellt, würden gemeinsam benutzt. In einem Gartenhaus, das ebenfalls allen gehört, servierten die Gartenfreunde am Sonntag türkischen Tee, verschiedenstes Gebäck und alkoholfreie Getränke.

Die Stadtgärtnermeister Hans Gallersdörfer und Thomas Huber berichteten, dass "Gartenideen aus der Heimat hierher transferiert" würden. Gemeinschaft sei entstanden. "Man gießt auch mal füreinander." Neben fünf Familien deutscher Herkunft seien ein Ehepaar aus Tunesien, Aserbaidschaner, Syrer, Ukrainer, Kasachen, Russen, Türken, Libanesen und Griechen vertreten, sagte Weber. Ein Beispiel: Rebecca Daniel suchte vor drei Jahren verzweifelt eine Möglichkeit, ihre angezogenen Pflänzchen irgendwo unterzubringen. Von der Stadt über das Rote Kreuz kam sie zu Ulrike Weber. Seither pflegt die 31-Jährige mit großer Freude ihr eigenes Stückchen Land im "Integrationsgarten".
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.