Zu wenig Schnee und Helfer, zu viele Kosten: Turnerbund-Abteilung stellt Betrieb in Oberhöll ein
Kein Lift mehr in Oberhöll

Bild aus besseren Zeiten: Dass die Menschen noch Schlange stehen mussten, war schon lange nicht mehr der Fall. Nun endet der Liftbetrieb in Oberhöll ganz. Bilder: hfz (2)

Der Winter steht vor der Tür. Zumindest meteorologisch. Für manche Sportler gibt's aber schon jetzt eine kalte Dusche: Die Skiabteilung des Turnerbunds stellt den Liftbetrieb in Oberhöll ein. Dort, wo Generationen von Fahrern die ersten Erfahrungen auf den Brettern gesammelt haben, wird es künftig keine Kurse mehr geben. Nächstes Jahr soll dann auch noch das Häuschen abgerissen werden.

Die Verantwortlichen seien nicht gerade begeistert von dem Schritt, sagt Kassenwartin Elisabeth Schiffner. Aber es sei ihr und ihren Mitstreitern kaum eine andere Wahl geblieben. Auch wegen des Winters.

Frau Schiffner, interessiert sich keiner mehr fürs Skifahren?

Elisabeth Schiffner: Beim Flutlichtfahren am großen Hang ist das Interesse wirklich extrem klein. Aber die Kinderkurse waren immer sehr gut besucht. Da hatten wir oft 20, 30 Teilnehmer. Bloß: Nach dem Liftaufbau gab es in vielen Wintern nur genug Schnee für zwei Tage Kurs, manchmal war gar keiner möglich. Das ist unterm Strich zu wenig.

Ist also das Wetter schuld?

Wir haben jährlich rund 2000 Euro Fixkosten: für den Skiverband, Strom, Pacht, Versicherung und Hangpflege. Dazu kommen alle zwei Jahre noch 700 Euro für den TÜV. Das muss man erst einmal stemmen, weil das die Mitgliedsbeiträge nur teils ausgleichen. Die Unkosten sind gedeckt, wenn wir an mindestens drei Wochenenden Kurse halten konnten. Die letzten Jahre war das nicht mehr möglich. Der Schnee hat gefehlt. Außerdem haben wir, wie jeder Verein, das Problem, dass es immer weniger freiwillige Helfer gibt. Wir sind nur noch sieben oder acht. Das funktioniert nicht mehr.

Sie haben bis zuletzt mitgemacht. Warum?

Weil es mir unheimlich Spaß gemacht hat, kleinen Kindern das Skifahren beizubringen. Meine Eltern haben schon die Lifte mit aufgebaut. Als ich drei war, habe ich selber da das Fahren gelernt. Und als ich dann Kinder bekommen habe, habe ich ihnen es dort auch beigebracht und dann eben auch für andere Kurse gehalten.

Was war das Besondere am Skifahren "auf der Höll"?

Der Hang direkt vor dem "Hölltaler Hof" ist ideal für Kinder. Nicht zu steil, man kann auslaufen. Schon traurig, dass das nicht mehr geht.

Was passiert eigentlich mit den Liften?

Die müssen noch verkauft werden. Aber der Bedarf ist gerade nicht sehr groß. Andere haben ja auch dieselben Probleme wie wir.
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