11000 Fans singen Udo Lindenberg in München Geburtstagsständchen
Bin in Bayern zum Feiern

Willkommen in Udopia. Udo Lindenberg gibt an seinem 71. Geburtstag in der Münchner Olympiahalle alles. Bild: Kunz
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
18.05.2017
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Willkommen in Udopia! In einem Land jenseits aller Regeln und Beschränkungen. Unterhaltsam und gleichzeitig lehrreich. Grell, laut, bunt. Willkommen in einer Lebensform, die geprägt ist durch die Liebe zueinander, ohne Rassenschranken und mit viel Musik. Willkommen beim Udo-Lindenberg-Konzert in München.

Von Helmut Kunz

München. Dass Udo Lindenberg politisch stark ambitioniert ist und nicht in der rechten Ecke steht, wissen wir spätestens seit dem Augenblick, wenn Udo zusammen mit Peter Maffay auf der Bühne den Anti-Nazi-Song "Sie brauchen keinen Führer" singt. Im Hintergrund ein Mega-Video mit den aktuellen Kandidaten: Von Trump bis Putin, von Erdogan bis Le Pen, von Petry bis Orban. Die umgestülpte Eiswaffel als Narrenkappe. Ein deutliches Zeichen.

Keine Panik


Udo nuschelt nach dem Song auf seine unnachahmliche Art: "Leute, es geht wieder los. In den Straßen steigt das Fieber. Lasst uns demonstrieren gegen die Zocker." Dabei schwebt er anfangs selber wie der Triumphator ein. Aber: "Keine Panik, Leute!" Was leicht gesagt ist, bei diesem panischen Orchester um Maffay-Drummer Bertram Engel, der alles niedertrommelt, und Keyboarder Jean-Jaques Kravetz. "Stärker als die Zeit"-Tour: Tiefsinnige Lyrik, atemberaubende Lieder und Choreographien. "Bunte Republik Deutschland". Ein farbenfroher Abend. "Udo, dos, tres - Reeperbahn, du geile Meile."

Einen Tag vorher war er in Nürnberg. Aber seinen 71. Geburtstag feierte er am Mittwoch mit einer brillanten Show in der Münchner Olympiahalle. "Happy Birthday, lieber Udo!" Massenbegeisterung. Udomania. "Bin in Bayern zum Feiern", ruft er mehrmals. Er feiert die Geburtstagsfete mit 11000 restlos begeisterten Fans, darunter unzähligen Udos, die wie die übrigen Besucher beim Einlass gefilzt wurden. Wegen der Sicherheit, wie es im Vorfeld hieß. Die Show ist ausverkauft.

Eng am Bühnenrand


Udo lässt das Mikro am endlosen Kabel baumeln. Mal über dem offenen Mund seiner Tänzerin, mal fest in den Schritt gepresst, um seine Männlichkeit zu unterstreichen. Powersong folgt auf Powersong. Und spätestens ab "Hinterm Horizont" wird der Beifall größer und es wird echt eng am Bühnenrand. Udo geht auf "Sternenreise". Aliens seilen sich aus einem Ufo ab. "Bodo Ballermann" auf "Honky Tonky Show".

"Goodbye Sailor". Irgendwann schiebt sich ein Gummiboot durch die Menge. Einer in Badehose und ein schwarzer Gorilla schöpfen goldene Schnipsel aus dem Teil und schleudern sie ins Publikum. Auf der Bühne ist derweil die Hölle los. Alles tanzt durcheinander in knalligen Klamotten. "Jonny Controlletti", "Sonderzug nach Pankow", "Alles klar auf der Andrea Doria".

Langsam geht's dem Ende zu. Udo, jetzt als "Woody Wodka" legt sich einen Astronautenanzug an, wird zum Udonauten und schwebt davon zur Spitze der Saturn-Rakete, die unter ohrenbetäubendem Lärm, mit viel Rauch und Feuer in den Himmel abhebt. Was bleibt ist ein Konfettiregen und riesige blaue Bälle mit aufgedruckten Kontinenten, die über den Köpfen der Zuschauer hüpfen.
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