25-jähriges Bühnenjubiläum
Ramona-Fink-Gospelgroup bezaubert in der Michaelskirche

"Higher and higher": Das Können von Ramona Fink und Andrea Bibel (von links) lässt manche Popsternchen alt aussehen. Ihre Stimmen füllten das mächtige Schiff der vollen Michaelskirche auf Prächtigste aus. Bild: uz

Johnny Gold schickte vom Christkindlmarkt aus die besten Grüße in die Michaelskirche. Knapp zehn Minuten hat er sein Musikhütten-Konzert überzogen. Damit machte er ganz kurze Zeit Ramona Finks Gospelkonzert Konkurrenz. Er entschuldigte sich deshalb für die Störung. Aber für welche überhaupt? John Lennons "Merry Xmas", das er als Zugabe über die Glühweinstände schickt, hört doch in der Kirche drüben kein Mensch.

Dort interpretieren Ramona Fink und Andrea "Bibi" Bibel zur selben Zeit "Do you hear, what I hear?" Irgendwie passend, aber doch Zufall. Johnny Golds quietschbunte Pop- und Schlagerwelt und die mächtige Gospel-Hymne haben doch eher wenig gemein. Aber im Kern geht es auf beiden Bühnen um dasselbe: um Christmas, Weihnachtszauber.

Emotion und Seele


Im Altarraum der Michaelskirche geht es noch um etwas anderes: Das Gospelquartett feiert 25-jähriges Jubiläum. 1990 hatte "Hope & Joy"-Chefin Ramona Fink ihre eigene Gospel-Group gegründet und mit ihr inzwischen über 250 Auftritte absolviert. Mit schwarzer, religiöser Musik. Mit Tiefe, Soul und viel Gefühl.

Weihnachtsengel sehen anders aus. Vielleicht so wie Helene Fischer. Aber Fink und Bibel arrangieren aus unsterblichen Klassikern und diversen, arg strapazierten Weihnachtssongs eigene emotionsgeladene Stücke. Es klingt einfach anders, sinnlicher, großartiger. In der Hinterhand haben die beiden Damen natürlich männliche Unterstützung. Michael Deiml schlägt einerseits im Hintergrund das Schlagzeug, gibt aber gerne auch den Frontmann und übernimmt neben der zweiten Leadstimme auch den Satzgesang.

Instrumental werden die drei Vokalisten von Toby Mayerl an der Orgel und am Piano begleitet. Das Quartett bringt mitreißende Energie in die Michaelskirche. "Swing low", "Heart of Gold", "Joshua fit the Battle of Jericho" - das Programm ist klug gestrickt. Und es zeigt: In die Kirche passt nicht nur Leonard Cohens "Hallelujah", sondern auch Bing Crosbys profane "White Christmas".
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