Al Jones veröffentlicht zu seinem 65. Geburtstag neues Album "In Time, Right Time, Any Time"
50 Jahre Blues im Herz

Al Jones gilt als Botschafter der europäischen Blues-Szene, seine Wurzeln aber liegen in Weiden. Wie guter Wein ist seine Musik in all den Jahren gereift, die neue CD ist ein ausgezeichneter Jahrgang. Bild: Reitz

Mehr als zehn Jahre sind vergangen seit Al Jones sein letztes Album "Bittersweet" einspielte. Nun, gerade noch "rechtzeitig" zu seinem 65. Geburtstag, ist sein neues Werk "In Time, Right Time, Any Time" erschienen.

Al Jones, ein gebürtiger Weidener, hat den Blues seit mehr als 50 Jahren. Mit einer All-Star-Band feierte er im Februar sein Bühnenjubiläum am Schafferhof in Neuhaus, nun liegt endlich sein neues Album vor. Die Wartezeit hat sich gelohnt: Nie klang Al Jones entspannter als auf dieser Scheibe, die man getrost als Extrakt seiner Laufbahn werten kann.

Erdiger und bodenständiger als bisher präsentiert sich die Band mit der jungen Gitarristin Yvonne Isegrei, Peter Schmid am Bass, Björn Kellerstrass am Schlagzeug und Thilo Kreitmeier am Saxofon. Als Gast überzeugt Ludwig Seuss, der den Songs als Pianist und Organist eine zusätzliche und unverkennbare Würze verleiht.

Entspannt und abgeklärt


Fünf Titel sind eigene Kompositionen von Al Jones. "I Just Wanna Make Love To You" von Willie Dixon, "You Don't Have To Go" von Jimmy Reed und "Sweet Little Angel" von B. B. King gehören zum Standardrepertoire, bekommen in den neuen Arrangements von Al Jones aber durchaus einen eigenen Charakter.

"Have You Ever Had The Blues" von Lloyd Price stellt Yvonne Isegrei auch als Sängerin in den Mittelpunkt und repräsentiert die goldene Ära des R&B der 50er Jahre mit einem rollenden Honky-Tonk-Piano-Solo des Musikers Ludwig Seuss. Das Titelstück "In Time, Right Time, Any Time" im legendären New Orleans Beat hat Vorbilder bei Bo Diddley oder Johnny Otis, Thilo Kreitmeier agiert hier ganz in der Tradition der expressiven Saxofon-Honkers der R&B-Ära. Al's Komposition "Had To Be Tough" erscheint nun in einer neuen Version.

Im Gegensatz zur Vorgänger-CD wurde diesmal ganz auf technische Effekte und Verfremdungen verzichtet, die Neuaufnahme kommt entspannter und abgeklärter und geht unter die Haut. Insgesamt wirkt die neue Scheibe von dem gebürtigen Weidener durchsichtiger und klarer als die Vorgängerscheibe.

Der Blues in all seinen Schattierungen steht im Mittelpunkt, die Arrangements sind klar strukturiert, der Sound kommt ohne technische Effekte und künstlichen Hall aus, und über allem schwebt Al's einzigartiger Gitarrensound, von Otis Rush inspiriert, aber unverkennbar eigenständig und technisch brillant. Seine Stimme klingt natürlich und ausdrucksvoll, ganz ohne überzogene Dramatik oder Hysterie.

Al Jones spielt den Blues seit 50 Jahren. Seine Musik ist wie guter Wein und wird mit den Jahren immer besser - ein Rentenalter für Bluesmusiker gibt es nicht.

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Weitere Informationen:

www.aljones.de
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