Alois Lukas erläutert die Veränderungen der Landwirtschaft beim OWV
Das Bauernjahr in der Moderne

OWV-Vize Hans Fröhlich (rechts) dankte Vorsitzendem und Landwirtschaftsmeister Alois Lukas (links) für dessen Vortrag über das Bauernjahr in der Moderne. Bild: Dobmeier

Ochsengespanne und Höfe, auf denen viele Menschen leben und arbeiten - das ist in der Landwirtschaft längst nicht mehr die Regel. Wie ein Jahr auf einem Bauernhof heute stattdessen aussieht, das erläuterte Alois Lukas beim OWV.

Die Landwirtschaft hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg gewaltig verändert. Wie, das zeigte OWV-Zweigvereinsvorsitzender und Landwirt Alois Lukas auf. Nach der Begrüßung durch Stellvertreter Hans Fröhlich hielt er bei der Monatsversammlung des Waldvereins den Vortrag "Das Bauernjahr in moderner Zeit".

Technik statt Handarbeit

Vor dem Krieg, berichtete Lukas, lebten auf dem Hof seiner Vorfahren in Tröglersricht sechs Dienstboten, sechs Kinder und das Bauernehepaar. Es gab Tauben, Enten, Hühner, Gänse, Pferde und das deutsche Rotvieh. Anders heute: Durch den Fortschritt in der Technik wanderten die Arbeitskräfte in die Industrie. Auch in der Landwirtschaft hielt die Moderne Einzug: Was früher Handarbeit war, erledigt heute beispielsweise der Kartoffelvollernter.

Zeitiges Frühjahr

In seinem Referat, garniert mit Landschafts-, Technik- und Botanikaufnahmen, ließ Lukas das vergangene Landwirtschaftsjahr Revue passieren. Im zeitigen Frühjahr wurde das Holz für den Ofen gespalten. Bereits Anfang März kam Gülle in dosierter Menge auf die Felder. Lukas sagte, dass verantwortungsvolle Landwirte es verstünden, Dünger und Spritzmittel nur wenn nötig und gezielt einzusetzen.

Die Bauernweisheit "Wenn es viele Nüsse gibt, gibt es viel Korn" habe sich letztes Jahr bei Hasel- und Walnüssen bewahrheitet. Getreide, Maisanbau und Zwischenfrüchte brachten gute Erträge - dank des vielen Regens. Kehrseite: Der Sommer war für die Heuernte zu nass, das Gras ging in die Ballensilage.

Daneben zeigte Lukas Aufnahmen von Wildkräutern und Blumen, die im Umkreis seines Hofes wuchsen. Auch auf andere Besonderheiten seiner Heimat ging er ein: Tröglersricht produziere durch seine Solaranlagen mehr Strom, als es verbrauche. Auf den Höhen des Fischerberges finde man außerdem das "Rotliegende", eine Bodenbeschaffenheit, die sich vorzüglich für den Anbau von Brotroggen eignet. Man kann darauf mit 90 bis 95 Doppelzentner pro Hektar eine gute Ernte erzielen. Zudem erläuterte er die moderne Technik, die sein Hofnachfolger und Sohn Alois Lukas Junior bei der Arbeit einsetzt: Wo früher mit dem Ochsen eingespannt einen Tag lang gepflügt werden musste, verrichtet ein Zehn-Scharen-Pflug dieselbe Arbeit heute in einer Dreiviertelstunde.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.