"Amigos" begeistern 900 Fans in der ausverkauften Max-Reger-Halle
Gefühl von Geborgenheit

Die doppelten "Amigos": Von Bernd und Karl-Heinz Ulrich können die Fans nicht genug haben. Bild: Kunz

90 Prozent englische Texte, das deutsche Lied unterrepräsentiert. Im Fernsehen kein Hansi Hinterseer mehr. Keine "Juwelen der Volksmusik" und kein "Musikantenstadl" mit Andy Borg. Nur gut, dass in der Max-Reger-Halle immer wieder die "Amigos" die Bühne stürmen.

"Alles, was Sie gerne gesehen haben, einfach weg", kritisieren Bernd und Karl-Heinz Ulrich die "Öffentlich-Rechtlichen". Die Fernseh-Mächtigen dachten ja, sie täten ihren Zuschauern was Gutes. "DSDS-Shows. Zuschauen, wie Besoffene in Containern umfallen. Oder wie Menschen Würmer fressen im Dschungel." Den "Amigos" kommt das Kotzen. Aber: "Vielleicht wollt Ihr ja das alles sehn?"

Wollen sie nicht. Die Leute, die im Publikum sitzen und das sind immerhin 900 - die Max-Reger-Halle ist ausverkauft - sind gerade deshalb gekommen, weil sie Andrea Wiedl, Andy Borg und den Hansi Hinterseer lieben. Am Sonntagabend wollen sie natürlich die "Amigos" mit ihren braven Melodien und leicht verständlichen Texten live erleben. Musik, bei der man nicht viel nachzudenken braucht, die daherkommt wie musikalische Perlen.

Ein Stück heile Welt


Heute sind die Fans scharf auf Lieder wie "Santiago Blue", "Du bist wie Feuer im Vulkan" und "Weiße Rosen". Sie kennen die Texte. Ganz besonders schön wirken die Songs, wenn im Hintergrund wunderbare Landschaften oder die beiden Brüder höchstpersönlich auf dem riesigen Videoschirm erscheinen. Ein Stück weit heile Welt in unserer doch so rastlosen Zeit. Die "Amigos" heben diese Welt nicht aus den Angeln. Das ist nicht ihr Begehr. Aber sie geben ihren Fans das Gefühl von mitfühlender Geborgenheit.

Ein weiteres Übel, dass die "Amigos" auf den deutschen TV-Schirmen ausmachen: "Die vielen Männer mit den weißen Schürzen, die uns vorkochen." Oder das Promi-Kochen. "Dazu haben sie uns auch immer wieder mal eingeladen." Aber nicht mit Bernd und Karl-Heinz. "Liebe Freunde, lasst uns mit diesem Promi-Mist in Ruhe. Wir sind verheiratet und wir werden bekocht." Riesenbeifall und Beweis dafür, dass weibliche "Amigos"-Fans keine Suffragetten sind.

Besser als Fernsehen


"Bis ans Ende der Zeit", "Heller Wahnsinn", "Danke Freunde". Es wird geschunkelt, geblinkt und gewunken und am Ende verwandelt sich der Saal zum Tollhaus. Und es wird gelacht. Denn witzig sind die Brüder auch, wenn sie über Bauern, Bienchen, Kälbchen und pudelnackte Immobilienkäufer erzählen. "Die sind ja in echt viel besser als im Fernsehen", schwärmt eine Frau nach dem zweieinhalbstündigen Konzert. Ihre Begleiterin gibt ihr Recht und stellt sich in die lange Reihe der Autogrammjäger.
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