Aufgekratzt, lustig, sentimental

Von der Orkarina, einer Tonflöte aus Österreich, bis zur Bassgeige: Beim 40. Musikantenstammtisch in der Strobelhütte war für jeden Geschmack etwas dabei. Bild: Kunz

Aufgepasst beim Anbandeln. Und das ist nur ein guter Tipp beim Musikantenstammtisch.

Der 40. Musikantenstammtisch in der Strobelhütte: Ein außergewöhnliches Ereignis, eine erfolgreiche Partnerschaft von regionalen Musikgruppen und dem Oberpfälzer Waldverein, Kreisverein Weiden. Die Stammtische brachten Leben auf den Fischerberg. Bekannte Interpreten zelebrierten 20 Jahre lang Volksmusik vom Feinsten.

Und immer im Mittelpunkt Franz Hüttner, der Initiator, Organisator und Moderator der beliebten Stammtischrunden. Die Musikantenstammtische finden zweimal im Jahr statt. Jeweils im März und Oktober. Allein schon die einzigartige atmosphärische Dichte einer Alm macht die Konzertreihe am Fuße des Vierlingsturms zur Plattform für echte Oberpfälzer Volksmusik.

Es sind die Originale, die Instrumente und vor allem auch die Texte, die so anziehend wirken. Die sind mal aufgekratzt, mal melancholisch, mal sentimental. Meist lustig. Die Musikanten machen die Oberpfalz zum Thema, zur Stimmung und gar zum Lebensgefühl.

Da singen "D'Watzndorfer" aus Hirschau zum Beispiel von Mädels, die vom Vater ermahnt werden, beim Anbandeln aufzupassen. Papa war früher fremdgegangen, und es könnte ja der eigene Bruder sein. Aber die Mutter gibt Entwarnung: Mädels langt's zu, der Papa ist nicht eurer.

Mit spürbarer Leichtigkeit kommen die zeitlosen Stücke daher. Und trotzdem kommen die Besucher ins Schwitzen, was der Enge in der Hütte geschuldet ist. "Neistädter Zoiglmusik" und ihre derb-lustigen Beiträge. "Kreizderquer", zwei Geigen mit Zither. Johann Drexler und das "Hackbrett Furiosa". Franz Hüttner hatte einmal mehr Fingerspitzengefühl bei der Auswahl getroffen. Die Instrumentierung war bodenständig. Gitarren, Quetschn und Bassgeigen. Was hier herausragte: die Okarina - eine Tonflöte aus Österreich, deren Geschichte auf 12 000 Jahre zurückgeht. Auch die Inkas hätten schon darauf geblasen, hieß es aus berufenem Mund.
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