Auftragserfüllung auch bei gekürztem Etat

2015 werden die Weidener Literaturtage 31 Jahre alt. Für die Zeit zwischen dem 18. und 25. April haben die Verantwortlichen (von links: Sabine Guhl, Stefan Voit, Alexandra Stangl, Ruth Neumann und Maria Rupprecht) ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt.. Bild: Hartl

Der Rotstift, der durch die Finanzplanung der Stadt Weiden eine deutliche Spur zieht, macht auch vor den Literaturtagen nicht halt. In ihrem 31. Jahr müssen die Verantwortlichen der Veranstaltungsreihe, die Weiden und der Oberpfalz weit über die Region hinaus große Bedeutung verschafft hat, den kulturellen Gürtel deutlich enger schnallen.

Sabine Guhl, Chefin der ebenfalls betroffenen Regionalbibliothek und Leiterin des Projekts Literaturtage, bedauert eine Verkürzung um drei Tage bei der Vorstellung des Programms für 2015 ausdrücklich. Sie betont aber, dass sich nichts am Auftrag der Literaturtage ändern werde: "Wir werden das Lesen weiterhin fördern und in den Schulen die Lust am Lesen wach halten." Und für den Erwachsenenbereich soll gelten, dass auch hier das Lesen gefördert und die Verkümmerung der Sprache verhindert wird.

Dem Rotstift zum Opfer gefallen ist erst einmal der Auftakt, der immer mit einer Kunstausstellung verbunden war. Doch die erste Veranstaltung hat auch in diesem Jahr eine besondere Note: Am Samstag, 18. April, (20 Uhr) wird der Schauspieler Siemen Rühaak mit seiner Frau Margrit Sartorius mit zauberhaften "Liebes(T)räumen" in Weiden zu Gast sein. Rühaak war vor sieben Jahren schon einmal mit Lyrik von Hermann Hesse bei den Literaturtagen. Der Ort wird noch bekannt gegeben.

Hochkarätig geht es am Sonntag, 19. April (20 Uhr) im Kinocenter "Neue Welt" weiter: Die Programmacher präsentieren in der Tradition von Dieter Hildebrandt und Werner Schneyder einen besonderen Abend: Henning Venske steht auf der Bühne, einer der bedeutendsten deutschen Kabarettisten. Der inzwischen 75-Jährige analysiert politische Entwicklungen und liest den Mächtigen die Leviten. Venske nimmt kein Blatt vor dem Mund, wenn er aus seinem umfangreichen Werk an Satiren, Parodien und Büchern schöpft.

Vor vier Jahren nahm der Schriftsteller Daniel Holbe den Auftrag an, einen Krimi des gerade verstorbenen Bestseller-Autors Andreas Franz fertig zu schreiben. Inzwischen legte Holbe drei weitere Geschichten mit der Frankfurter Kommissarin Julia Durant vor. Holbe stellt sich am 20. April (20 Uhr) in der Buchhandlung Stangl&Taubald seinen Fans.

Josef Piendl alias "Bäff" ist ein begnadeter Gstanzlsänger. Am 21. April (20 Uhr) ist er Gast im Vereinsheim "Almrausch". Der gelernte Koch sorgt mit trockenem bayerischen Humor für einen kurzweiligen Abend - bei freiem Eintritt.

Man kennt ihn vor allem als Erzähler und Sprecher von Hörbüchern. Aber Gert Heidenreich hat auch selbst Bücher geschrieben, unter anderem den Roman "Die andere Heimat", der als Grundlage für den bekannten Film "Heimat" von Edgar Reitz diente. Heidenreich liest am 22. April (20 Uhr) in in der Buchhandlung Rupprecht aus diesem Buch.

Jaroslav Rudis gehört zur jungen Generation der tschechischen Literatur. Der Schriftsteller, Drehbuchautor und Dramatiker studierte Deutsch und Geschichte in Prag, Zürich und Berlin, erhielt den Usedomer Literaturpreis. Sein neuer Roman "Helsinki" schildert die Erlebnisse des 40-jährigen Ole, der eine kleine Bar in Ostdeutschland betreibt. Er bricht nach Tschechien auf und gerät dort an den dunkelsten Punkt seiner Vergangenheit. Ein aufregendes mitreißend geschriebenes Stück deutsch-tschechischer Kulturgeschichte, das am 23. April (20 Uhr) in der Regionalbibliothek zu erleben ist.

Sie waren vom Ruhm verwöhnt, litten an tiefen Depressionen und versuchten sie zu überwinden. In den 30er Jahren begegneten sich Winston Churchill und Charlie Chaplin zum ersten Mal und wurden Freude. Michael Köhlmeier hat unter dem Titel "Zwei Herren am Strand" einen verblüffenden Roman über die beiden geschrieben. Köhlmeier liest aus seinem Buch am 24. April (20 Uhr) in der Sparkasse Oberpfalz Nord.

Mit dem schon traditionellen Poetry Slam neigen sich die Literaturtage am 25. April (20 Uhr) in der Tiefgarage des City-Centers dem Ende zu. Vor allem junge Leute und Junggebliebene lieben diesen besonderen Dichterwettbewerb. Eingeladen wird von den besten der Slam-Szene, von Felix Römer und Christian Ritter.

Bereits am Donnerstag, 16. Aprilkommt die Kleine Oper Bad Homburg mit "Hänsel und Gretel" in die Max-Reger-Halle. Und natürlich gibt es an den Weidener Schulen wieder zahlreiche Schullesungen.

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Der Kartenvorverkauf beginnt am Dienstag, 3. Februar. Karten beim NT/AZ-Ticketservice (Telefon 0961/85550 und 09621/306230) sowie www.nt-ticket.de. Ein Gesamtpaket von 50 Euro für alle Veranstaltungen gibt es in der Weidener Buchhandlung Rupprecht und in der Regionalbibliothek. Schüler und Studenten erhalten 50 Prozent Ermäßigung.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.weidener-literaturtage.de
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