Ausstellung mit Keramik und Schmuck im Atelier Prüll in Weiden
Die Arbeit macht den Wert aus

Fenster zur Kunst: Jürgen Prüll (rechts) präsentiert schmückende Kunst von Margit Jäschke und Porzellanarbeiten von Kiho Kang. Bild: Otto
Jürgen Prüll bleibt seinem Konzept treu, neben Schmuckkünstlern auch andere Disziplinen in sein Atelier-Programm aufzunehmen. Das gilt auch für die aktuelle Ausstellung 57, die er am Sonntag mit den Künstlern eröffnete. Dort kombiniert er Schmuckkunst von Margit Jäschke mit den Porzellanarbeiten des Südkoreaners Kiho Kang.

Jäschke sieht sich nicht vordergründig als Goldschmiedin, sondern drückt sich künstlerisch ebenso in Collagen und Malerei aus: "Von diesen verschiedenen Perspektiven profitiert meine gesamte Arbeit stark.". Die Formensprache der Exponate lösen Assoziationen zu bekannten Objekten aus, leben aber gleichzeitig vom Moment der Verfremdung.

Filigrane Broschen

Mit den filigranen Broschen und Ketten, die die mehrfach Ausgezeichnete bis 17. Oktober in Weiden zeigt, unterstreicht sie, dass es bei ihr nicht um den Einsatz teurer Edelmetalle geht. "Meine Schmuckstücke sollen nicht wegen des Materials ihren Wert bekommen, sondern durch meine Arbeit." So spielt die Künstlerin aus Halle a.d. Saale mit Alltagsmaterialien wie Wellpappe oder Nieten und verbindet diese mit eingefärbten und gegossenen Kunstwerken.

Mit Kiho Kang hat Prüll einen jungen Künstler gewonnen, der schon in zahlreichen Ausstellungen zu sehen war und ist. Seine Gefäße aus Porzellan unterscheiden sich von anderen schon alleine durch die Fertigungsart: Mit der Wulsttechnik baut er Vasen, Schalen und Kannen Schicht für Schicht auf: "Das Verfahren gewährt mir mehr Gestaltungsvielfalt und Ausdrucksreichtum."

Alltagsgegenstände

Seine außen matten und unglasierten Werkstücke bekommen durch die Methodik eine besondere Oberflächenqualität mit einer natürlich anmutenden Struktur. Innen sind die Gefäße hingegen teilweise transparent glasiert. So entstehen liebevoll geformte Alltagsgegenstände wie Teekannen, Schalen oder Vasen, die mitunter erst in der Gruppierung voll zur Geltung kommen.

Kiho Kang hat in Seoul Keramik studiert und an der Hochschule Koblenz zusätzlich den Mastertitel in künstlerischer Keramik und Glasarbeit erworben. Trotz seiner jungen Jahre hat der Koreaner sich bereits viele Auszeichnungen geholt, darunter einen Preis der World-Ceramic-Exposition-Foundation und den Bayerischen Staatspreis.
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