Ausstellung „"Tracht im Blick" eröffnet im Stadtmuseum
Heimatbekenntnis aus Stoff

Tracht ist noch lange nicht von gestern. Das bewiesen nicht nur einige Gäste bei der Ausstellungseröffnung im Alten Schulhaus. Das zeigt auch die Schau, die Petra Vorsatz (Dritte von links) eröffnete und die noch bis 25. August zu sehen ist. Bild: Kunz
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
15.03.2016
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Das Stadtmuseum präsentiert sich in neuem Gewand: Es zeigt eine Trachtenausstellung. Bei der Eröffnung erfuhren die Gäste, warum Weiden genau der richtige Ort dafür ist.

Tracht ist ein Bekenntnis zur Heimat: Das unterstrich Bezirkstagsvizepräsident und Bürgermeister Lothar Höher bei der Eröffnung der Ausstellung "Tracht im Blick - Die Oberpfalz packt aus". In seiner Jugendzeit habe man Jeans getragen, um sich auszudrücken. Heute kehrten viele junge Menschen zur Tracht zurück.

Aus Vollem schöpfen


Wie Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz betonte, sei der Ausstellung zugutegekommen, dass vor Ort mit dem Stadt- und dem Tachauer Heimatmuseum gleich zwei Museen unter einem Dach angesiedelt seien. Während andere Einrichtungen nur Auszüge präsentierten, könne die Max-Reger-Stadt aus dem Vollen schöpfen. "Wir hatten viel Spaß bei der Vorbereitung und haben unsere historischen Dauerausstellungen mit eingebunden." Mit "wir" spielte sie an auf die tatkräftige Unterstützung durch Dr. Sebastian Schott. Tracht sei allerdings ein problematisches Thema, weil es "die" Oberpfälzer Tracht nicht gebe, sagte Vorsatz.

"Wir sammeln hier schon seit 1896." Damals sei das Stadtmuseum als Gewerbemustersammlung gegründet worden. Das Tachauer Heimatmuseum erhalte immer wieder Geschenke aus Nachlässen. Es verfügt über einen großen Fundus an Textilien und Trachtenaccessoires aus dem Gebiet des politischen Bezirks Tachau.

Die Oberpfalz und das Egerland seien sprachlich und kulturell sehr eng verwandt gewesen. Aber: Während in der Oberpfalz bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in vielen Regionen Trachten nicht mehr greifbar gewesen waren, lasse sich im südlichen Egerland eine regionalspezifische Kleidung, insbesondere der weiblichen Bevölkerung, bis weit in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts nachweisen. Kurze Röcke, enge kurze Mieder, seidene Schürzen und Kopftücher, bauschige Hemdsärmeln, samtene Jacken und silberne Halsketten mit allerlei Schmuckgehänge und Münzen: Die Tracht der Männer sei nur noch wenig von der bürgerlichen zu unterscheiden. Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl betonte das Netzwerk "Trachtenausstellung". Dies hier sei keine Einzelausstellung. Vielmehr gebe es eine ganze Reihe, an der auch andere Museen beteiligt seien.
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