Bei Sommermatinee in St. Josef präsentiert Christoph Doser gigantische Orgelwerke
Alle Register gezogen

Christoph Doser, einer der wenigen Organisten, die dem Opus 46 von Reger gewachsen sind. Bild: hcz

Für Max Reger (1873 - 1916) waren Johann Sebastian Bachs (1685 - 1750) Kompositionen Faszination. "B-A-C-H ist Anfang und Ende aller Musik" pflegte er ins Gästebuch guter Freunde zu schreiben. Dabei verwendete er die entsprechenden Noten statt der Buchstaben.

Als Reger im Jahr 1900 in Weiden plante, eine Fantasie und Fuge über Bach zu schreiben, notierte er: "Das muss ein Werk größten Stils werden, und ich werde mir alle Mühe geben". In diesem Opus 46 ging Reger dann sowohl an die harmonischen Grenzen als auch an die technisch spielbaren Möglichkeiten. Einer der wenigen, die dieser Komposition gewachsen sind, präsentierte sie am Samstag bei der Sommermatinee in der Josefskirche.

Christoph Doser, 1988 in Burglengenfeld geboren, war von 2008 bis zu seinem Studienbeginn Orgel- und Klavierschüler beim Passauer Domorganisten Ludwig Ruckdeschel. Doser erreichte erste Preise im Wettbewerb "Jugend musiziert" auf Regional-, Landes- und Bundesebene. Ab 2009/2010 studierte er Kirchenmusik mit Konzertfach Orgel in Detmold und später in Stuttgart. Neben seiner Tätigkeit als Organist und Kirchenmusiker wird er auch als gefragter Bariton in renommierten Ensembles und Chören engagiert.

Stürmischer Applaus


Eingangs spielte Doser Bachs "Toccata und Fuge d-moll BWV 538", ein mächtiges Werk, das mit 222 Takten eine der längsten Fugen ist, die Bach für Orgel geschrieben hat. Es folgte die "Aeolsharfe" des deutsch- niederländischen Organisten, Cembalisten, Chorleiters und Komponisten Gerard Bunk (1888 - 1958), der 1910 beim Dortmunder "Max-Reger-Fest" mitgewirkt hat und auf Regers Empfehlung hin an das Hüttner-Konservatorium berufen wurde. Nach der "Fantasie und Fuge über BACH op. 46", die, mit ohrenbetäubender Lautstärke beginnend, mit kurzem leisen Part in der Mitte, schließlich in einem dröhnenden furiosen Finale endet, würdigte ebenso heftiger, stürmischer Applaus der gut 70 Matinee-Besucher das Können Dosers.

Nach Kirchenmusikdirektor Luis Denz ist die dargebotene "Fantasie und Fuge" Regers eine der schwersten Reger-Kompositionen. Laut Doser kommt die Weidener Eisenbarth-Orgel bei diesem "Riesenwerk", bei dem es "zeitweise ziemlich wüst zugeht", fast schon an seine Grenzen. Die nächsten beiden Matineen wird Lars Amann an der Orgel gestalten.
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